EUR/GBP fällt leicht auf nahe 0,8700, hawkishe Haltung der EZB dämpft Abwärtsrisiko

Quelle Fxstreet
  • EUR/GBP schwächt sich im frühen europäischen Handel am Mittwoch auf rund 0,8700 ab.
  • Trump bezeichnete die Aussetzung der Angriffe als „großen Tag für den Weltfrieden“
  • Der hawkische Ton der EZB könnte den Euro gegenüber dem Pfund Sterling stützen.

Das Paar EUR/GBP fällt im frühen europäischen Handel am Mittwoch auf nahe 0,8700. Eine zweiwöchige Waffenstillstandsvereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran hat die globale Risikostimmung verbessert, was typischerweise das Pfund Sterling (GBP) gegenüber dem Euro (EUR) bevorzugt. Händler werden am Mittwoch weitere Impulse von den Einzelhandelsumsätzen in der Eurozone aufnehmen.

US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Beitrag auf Truth Social, dass der Dienstag „ein großer Tag für den Weltfrieden“ gewesen sei. Trump fügte hinzu, dass die USA „bei der Verkehrsstaubildung“ in der Straße von Hormus „helfen“ werden und „viel Geld verdient werden“ könne, wenn der Iran mit dem Wiederaufbau beginne. Diese Aussage erfolgte, nachdem der Iran einem zweiwöchigen Waffenstillstand zugestimmt hatte.

Der hawkische Ton der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte jedoch dazu beitragen, die Verluste des Euro zu begrenzen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Geldpolitik restriktiv bleiben werde, bis die Inflation nachhaltig auf das 2%-Ziel zurückkehrt. Die Märkte haben aufgrund der stark gestiegenen energiegetriebenen Inflation 2–3 Zinserhöhungen für 2026 eingepreist, was eine deutliche Abkehr von den bisherigen Erwartungen einer Zinspause darstellt.

Die Bank of England (BoE) hat sich von einer Tendenz zu Zinssenkungen zu einer „Abwarten-und-Beobachten“-Haltung gewandt. Die britische Zentralbank wird voraussichtlich den Leitzins für den Rest des Jahres unverändert bei 3,75% belassen, so eine knappe Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen, die ihre bisherigen Erwartungen von Zinssenkungen größtenteils aufgegeben haben, aber den Finanzmärkten nicht gefolgt sind, die fast drei Zinserhöhungen in diesem Jahr erwarten.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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