EUR/USD baut seine Gewinne am zweiten Tag in Folge aus und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Mittwoch um 1,1560. Das Paar steigt, da der US-Dollar (USD) nachgibt, belastet durch nachlassende Nachfrage nach sicheren Häfen infolge einer Abschwächung der Spannungen im Nahen Osten.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, dass die Vereinigten Staaten (USA) „sehr bald“ aus dem Iran-Krieg „abziehen“ würden und ein Rückzug innerhalb von zwei bis drei Wochen erfolgen könnte. Die Äußerungen bestätigen frühere Bemerkungen, wonach die strategischen Ziele der USA weitgehend erreicht seien, was die Erwartungen an eine relativ schnelle Beilegung des Konflikts erhöht.
Trump betonte zudem, dass eine formelle Vereinbarung mit Teheran keine notwendige Voraussetzung für die Beendigung der Feindseligkeiten sei. Auf die Frage nach der Notwendigkeit eines Abkommens antwortete er, dass der Iran „kein Abkommen schließen müsse“ und unterstrich damit die Präferenz, die Situation auf militärischem Wege statt durch diplomatische Verhandlungen zu beenden.
Auf iranischer Seite zeigte sich Präsident Masoud Pezeshkian bereit, die regionalen Spannungen zu entschärfen, sofern bestimmte Garantien erfüllt werden. Außenminister Abbas Araghchi nahm jedoch eine härtere Haltung ein und erklärte, dass Teheran keinen vorübergehenden Waffenstillstand anstrebe, sondern eine vollständige Beendigung des Krieges. Er betonte die Notwendigkeit verbindlicher Zusicherungen gegen zukünftige Aggressionen sowie Entschädigungen für Schäden, was die anhaltende Unsicherheit über die Konfliktlösung verdeutlicht.
Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone stieg im März im Jahresvergleich (YoY) um 2,5 % und lag damit unter den Markterwartungen von 2,7 %. Der Kern-HVPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak ausschließt, legte im Jahresvergleich um 2,3 % zu und blieb damit leicht unter den Prognosen sowie dem vorherigen Wert von 2,4 %.
Obwohl sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflationszahlen unter den Erwartungen lagen, spiegeln sie weiterhin anhaltenden Preisdruck in der Eurozonenwirtschaft wider. Bemerkenswert ist, dass die Daten darauf hindeuten, dass der Nahostkonflikt bereits einen spürbaren inflationsfördernden Effekt auf den Block ausgeübt hat, insbesondere durch erhöhte Energiekosten.
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, und der Chefvolkswirt Philip Lane wiesen darauf hin, dass die jüngsten Entwicklungen eine hawkischere geldpolitische Haltung rechtfertigen könnten. Sie betonten jedoch auch, dass das Ausmaß und der Zeitpunkt einer möglichen geldpolitischen Reaktion von der Schwere und Dauerhaftigkeit des Energieschocks infolge der geopolitischen Lage abhängen würden.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.