Das Paar USD/JPY erholt sich leicht von einem über eine Woche alten Tief im Bereich von 158,45, das während der asiatischen Sitzung am Mittwoch erreicht wurde, zeigt jedoch keine nachhaltigen Käufe. Die Spotpreise notieren derzeit unter der Marke von 159,00 und damit nahezu unverändert, da Händler den möglichen US-Ausstieg aus dem Iran-Krieg bewerten und auf neue geopolitische Entwicklungen warten, um einen bedeutenden Impuls zu erhalten.
Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, dass die USA die aktuellen Feindseligkeiten mit dem Iran innerhalb von zwei bis drei Wochen beenden würden und dass Teheran kein Abkommen mit Washington schließen müsse, um den Konflikt zu beenden. Die Ankündigung weckte Hoffnungen auf eine schnelle Deeskalation der Spannungen im Nahen Osten und sorgte für einen starken Auftrieb der globalen Risikostimmung, was den Status des US-Dollars (USD) als Reservewährung untergräbt und den Aufwärtstrend des Paares USD/JPY begrenzt.
Unterdessen zeigte die vielbeachtete Tankan-Umfrage der Bank of Japan (BoJ), dass sich das Geschäftsklima unter den großen Herstellern in den drei Monaten bis März verbessert hat. Der Leitindex zur Geschäftsstimmung großer Hersteller stieg im Berichtszeitraum auf 17. Dies markiert die vierte Quartalsverbesserung in Folge und den höchsten Wert seit Dezember 2021. Dies unterstützt den japanischen Yen (JPY) weiter und begrenzt die Gewinne des Paares USD/JPY.
Ein BoJ-Beamter merkte jedoch an, dass die Umfrage wahrscheinlich die Auswirkungen des Nahostkonflikts nicht vollständig berücksichtigt habe. Hinzu kommen Berichte, dass die VAE auf militärische Maßnahmen drängen, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen, was das Risiko einer breiteren regionalen Eskalation erhöht. Da Japan überwiegend auf Ölimporte aus dem Nahen Osten angewiesen ist, schürt der anhaltende Iran-Krieg weiterhin Befürchtungen, dass die japanische Wirtschaft in absehbarer Zeit erheblich belastet wird.
Dies könnte wiederum den JPY belasten, obwohl Spekulationen, dass die Behörden eingreifen würden, um die heimische Währung zu stützen, helfen sollten, Verluste zu begrenzen. Dennoch erfordert der gemischte fundamentale Hintergrund eine gewisse Vorsicht, bevor direktionale Wetten auf das Paar USD/JPY eingegangen werden. Händler richten nun ihr Augenmerk auf wichtige US-Makrodaten, die zu Beginn eines neuen Monats anstehen, beginnend mit dem ADP-Bericht und dem ISM Manufacturing PMI, um kurzfristige Chancen zu nutzen.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.