Das Währungspaar AUD/USD zieht während der asiatischen Sitzung am Montag einige Käufer im Bereich der mittleren 0,7000er an und scheint vorerst seinen korrigierenden Pullback von einem Drei-Jahres-Hoch, das letzte Woche erreicht wurde, gestoppt zu haben. Die Spotpreise handeln derzeit im Bereich von 0,7080, was einem Anstieg von 0,10% im Tagesverlauf entspricht, und scheinen bereit zu sein, weiter zu steigen, unterstützt durch einen positiven fundamentalen Hintergrund.
Der US-Dollar (USD) hat weiterhin Schwierigkeiten, nennenswerte Käufer anzuziehen, und setzt seine seitwärts gerichtete Konsolidierung in einer vertrauten Spanne fort, die in der vergangenen Woche gehalten wurde, angesichts der dovishen Erwartungen an die Federal Reserve (Fed). Tatsächlich haben Trader ihre Wetten erhöht, dass die US-Notenbank im Juni die Kreditkosten senken wird, nachdem am Freitag schwächere US-Verbraucherpreisdaten veröffentlicht wurden.
Darüber hinaus wird erwartet, dass die Fed mindestens zwei Zinssenkungen um 25 Basispunkte (bps) im Jahr 2026 vornimmt. Dies stellt eine signifikante Divergenz im Vergleich zu den Erwartungen dar, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) im Mai erneut die Zinssätze erhöhen wird, was weiterhin als Rückenwind für den Australischen Dollar (AUD) wirkt und die konstruktive Perspektive für das Währungspaar AUD/USD in einem positiven Risikoton bestätigt.
In der Zwischenzeit schürten die in der letzten Woche veröffentlichten Inflationszahlen aus China Bedenken, dass deflationäre Druck auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt weiterhin lasten. Die Daten weckten Hoffnungen auf weitere fiskalische und monetäre Anreize aus China, was dem China-Proxy Aussie zusätzlich zugutekommt. Der Fokus richtet sich auf die Veröffentlichung des FOMC-Protokolls am Mittwoch und die australischen Beschäftigungsdaten am Freitag.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.