Das Paar USD/CHF hält sich während der frühen europäischen Sitzung am Donnerstag nahe 0,7780, gestützt durch eine erneute Nachfrage nach dem US-Dollar (USD). Analysten erwarten, dass die Erholung des Greenbacks von kurzer Dauer sein wird, da die Händler besorgt über die Unabhängigkeit der US-Notenbank (Fed) bleiben.
Der USD erholt sich, nachdem US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Fed-Vorsitzenden nominiert hat. Händler erwarten ein langsameres Tempo bei den Zinssenkungen unter seiner Amtszeit und einen Fokus auf die Reduzierung der Bilanzsumme der Fed.
Allerdings sind Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank nach den jüngsten Kommentaren von Trump wieder aufgekommen. Der US-Präsident sagte am Donnerstag, dass er Kevin Warsh als seinen Kandidaten für die Führung der US-Notenbank nicht nominiert hätte, wenn Warsh den Wunsch geäußert hätte, die Zinssätze zu erhöhen.
"Für den Großteil des Jahres, einschließlich der nächsten Wochen, wird der Dollar voraussichtlich volatil sein," sagte Jane Foley, Leiterin der FX-Forschung bei Rabobank. "Wir glauben immer noch nicht, dass der Markt die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Fed vollständig ausgeräumt hat."
Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Verhandlungen später in dieser Woche genau beobachten. Iranische und US-Beamte bestätigten am Mittwoch, dass Gespräche zwischen ihren Ländern am Freitag in Oman stattfinden werden. Positive Signale aus einem Treffen könnten die sicheren Häfen wie den Schweizer Franken (CHF) untergraben und kurzfristig Rückenwind für das Paar schaffen.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.