Das Paar EUR/USD zieht einige Verkäufer in der Nähe von 1,1990 an und beendet die vier Tage währende Gewinnserie im frühen europäischen Handel am Mittwoch. Das wichtige Paar korrigiert von einem Fünfjahreshoch aufgrund einer erneuten Nachfrage nach dem US-Dollar (USD). Alle Augen sind auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch gerichtet.
US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, dass er bald seinen Vorschlag für den neuen Fed-Vorsitzenden bekannt geben werde und fügte hinzu, dass die Zinsen mit der US-Zentralbank unter neuer Führung fallen werden. Händler befürchten, dass die Fed ihre Unabhängigkeit nach der Ernennung eines Trump-Kandidaten zum Fed-Vorsitzenden verlieren könnte. Dies könnte wiederum den Greenback belasten und als Rückenwind für das wichtige Paar wirken.
Die Märkte erwarten derzeit die Zinsentscheidung der US-Notenbank später am Tag, wobei die Erwartungen bestehen, dass die Zinsen im aktuellen Bereich von 3,50% bis 3,75% unverändert bleiben. Händler werden die Pressekonferenz genau beobachten, um Hinweise auf zukünftige Zinssenkungen zu erhalten.
Was den Euro betrifft, so sind die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht in Eile, die Zinsen anzupassen, da die Inflation nahe dem Ziel schwebt. Die Beamten haben bei der Dezember-Sitzung nicht über Zinserhöhungen oder -senkungen diskutiert und betonten einen datengestützten und sitzungsweisen Ansatz. Die Erwartungen an weitere Zinssenkungen in diesem Jahr sind aufgrund eines gemischten wirtschaftlichen Bildes weitgehend verschwunden.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.