Das Währungspaar EUR/JPY erholt sich während der frühen europäischen Sitzung am Dienstag und nähert sich 183,55. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem Euro (EUR) angesichts von Bedenken über die fiskalische Gesundheit Japans. Die Protokolle der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (BoJ) werden später am Mittwoch veröffentlicht.
Japan bereitet sich auf eine Wahl am 8. Februar vor, wobei Premierministerin Sanae Takaichi versprochen hat, die Lebensmittelzölle zu senken, was in den letzten Tagen für Aufregung auf dem japanischen Schuldenmarkt gesorgt hat. Sie sagte am Montag, dass sie hofft, so schnell wie möglich eine zweijährige Aussetzung der 8%igen Steuer auf Lebensmittel zu erreichen und die entsprechenden Gesetze im Haushaltsjahr 2026 einzubringen.
Händler sind besorgt über die fiskalische Gesundheit Japans im Hinblick auf Takaichis aggressive Ausgaben- und Steuerpläne, die den japanischen Yen belasten und Rückenwind für das Währungspaar schaffen könnten.
Auf der anderen Seite bleiben die Händler wachsam gegenüber der Aussicht auf eine koordinierte Währungsintervention der Behörden in den Vereinigten Staaten (US) und Japan. Dies könnte wiederum den JPY gegenüber dem EUR stützen. Takaichi erklärte am Sonntag, dass die Regierung notwendige Schritte gegen spekulative und anormale Marktbewegungen unternehmen werde. Dennoch spezifizierte sie nicht, auf welchen Markt sich ihre Bemerkungen bezogen.
In der Zwischenzeit sagte Japans Chefkabinettssekretär Seiji Kihara am Montag, dass er gemäß der gemeinsamen Erklärung von Japan und den USA angemessene Maßnahmen im Bereich der Devisen ergreifen werde.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.