Das Paar USD/CAD verliert im frühen asiatischen Handel am Montag an Boden und bewegt sich auf etwa 1,3685 zu. Das Paar erreicht den schwächsten Stand seit dem 30. Dezember 2025, da der US-Dollar (USD) breit gefächerte Rückgänge verzeichnet und die Daten zeigen, dass die kanadischen Einzelhandelsumsätze im November gestiegen sind. Händler werden ein Auge auf den US-Bericht über die Auftragseingänge für langlebige Güter im November haben, der später am Montag veröffentlicht wird.
Die von Statistics Canada am Freitag veröffentlichten Daten zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze im November um 1,3% MoM gestiegen sind, verglichen mit einem Rückgang von 0,3% im Oktober (revidiert von -0,2%). Unterdessen stiegen die Einzelhandelsumsätze ohne Autos im November um 1,7% im Vergleich zu -0,6% zuvor. Beide Zahlen lagen über dem Marktkonsens von 1,2%.
Die BBC berichtete am Samstag, dass US-Präsident Donald Trump drohte, 100% Zölle auf kanadische Waren zu erheben, falls das Land ein Handelsabkommen mit China abschließt. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte am Sonntag, dass sein Land nicht beabsichtige, ein Freihandelsabkommen mit China zu verfolgen, und fügte hinzu, dass sein jüngster Vertrag mit China lediglich die Zölle auf einige Sektoren senkte, die kürzlich betroffen waren.
"Es gibt anhaltende Spannungsrisiken zwischen Carney und Trump, die USMCA-Verhandlungen stehen diesen Sommer an," sagte Aaron Hurd, Senior Portfolio Manager in der Währungsgruppe bei State Street Global. "Mit diesem Risiko am Horizont, es sei denn, die kanadischen Wirtschaftsdaten steigen wirklich an, denke ich, dass der kanadische Dollar hier feststeckt. Er wird sich mit dem breiten Dollar bewegen," fügte Hurd hinzu.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.