Der Euro (EUR) handelte am Mittwoch schwächer nach zwei Tagen starker Gewinne, wobei die Preisbewegung die sich ändernden politischen Schlagzeilen aus den USA und deren Auswirkungen auf den US-Dollar (USD) und die Anleiherenditen widerspiegelte. Zu Beginn der Sitzung unterstützten Kommentare von US-Präsident Donald Trump, dass die USA sofortige Gespräche über Grönland anstreben, kurzzeitig den Greenback. Diese Bewegung wurde später umgekehrt, nachdem Trump erklärte, dass die USA keine übermäßige Gewalt anwenden würden, um Grönland zu erhalten, gefolgt von Dänemark, das Verhandlungen über eine Übernahme ablehnte. Während diese Schlagzeilen durchliefen, fielen die US-Anleiherenditen zusammen mit dem US-Dollar, was dem Euro ermöglichte, sich nach einem anfänglichen Rückgang zu stabilisieren.
Die europäischen Fundamentaldaten boten einen stabileren Hintergrund. Stimmungsindikatoren, insbesondere aus Deutschland, haben dazu beigetragen, die Ansicht zu verstärken, dass die Wachstumsrisiken in der Eurozone möglicherweise moderat sind. Während der makroökonomische Ausblick ungleichmäßig bleibt, hat sich das verbesserte Vertrauen auf die Euro-Nachfrage ausgewirkt, selbst wenn geopolitische Entwicklungen intraday Volatilität erzeugten. Dies hat der Gemeinschaftswährung geholfen, sich zu konsolidieren, anstatt die früheren Gewinne dieser Woche abzubauen.
Mit Blick auf Donnerstag richtet sich der Fokus auf geplante makroökonomische Katalysatoren, die das Schlagzeilenrisiko überwiegen könnten. In der Eurozone werden die Protokolle der EZB-Geldpolitiksitzung genau beobachtet, um Hinweise auf das Vertrauen in die Inflation und den zukünftigen Zinspfad zu erhalten. In den USA werden BIP-Revisionen, Inflationsindikatoren und wöchentliche Arbeitslosenanträge erwartet, die die Zinserwartungen prägen könnten. Jede Divergenz zwischen dem makroökonomischen Momentum der USA und der politischen Kommunikation der EZB könnte die kurzfristige Richtung des EUR/USD erheblich beeinflussen.
EUR/USD stieg zu Beginn der Woche stark an und gewann am Montag und Dienstag etwa 1,16 Prozent, bevor er am Mittwoch etwa 0,2 Prozent zurückgab, gemäß der täglichen Candlestick-Struktur dieser Woche. Der Rückgang zur Wochenmitte scheint korrektiv und nicht trendwende zu sein, wobei das Paar sich in der Nähe der jüngsten Höchststände konsolidiert, anstatt den Großteil der früheren Gewinne zurückzugeben.
Aus einer breiteren Perspektive bleibt das Paar über wichtigen kurzfristigen Niveaus unterstützt, was auf eine zugrunde liegende Widerstandsfähigkeit trotz des schwächeren Schlusses heute hindeutet. Momentum-Indikatoren spiegeln einen nachlassenden Aufwärtsdruck wider, anstatt eine Umkehr anzuzeigen, was mit einem Markt übereinstimmt, der vor wichtigen Daten pausiert, anstatt aggressiv Risiken neu zu bewerten. Die wirtschaftlichen Veröffentlichungen am Donnerstag könnten bestimmen, ob der Euro seinen Aufwärtstrend fortsetzt oder diese Konsolidierungsphase verlängert.

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.