US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft steigt im August um 162.000, übertrifft Markterwartungen deutlich; Vorwerte um 55.000 nach oben revidiert, da Wahrscheinlichkeit für Fed-Zinserhöhung im September deutlich steigt

Quelle Tradingkey

TradingKey – Am 4. September (US-Ostküstenzeit) veröffentlichte Daten des US-Arbeitsministeriums zeigten, dass der US-Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft im August die Erwartungen weit übertraf und um 162.000 zulegte, während die Vormonatswerte um insgesamt 55.000 nach oben korrigiert wurden.

Im Einzelnen wurden außerhalb der US-Landwirtschaft im August 162.000 neue Arbeitsplätze geschaffen – deutlich mehr als die am Markt erwarteten 56.000. Zudem wurde der Wert für Juni von 20.000 auf 31.000 nach oben korrigiert, und der Wert für Juli wurde von einem bisher ausgewiesenen Rückgang um 23.000 auf einen Zuwachs von 21.000 revidiert. Nach diesen Revisionen fiel das Beschäftigungswachstum für Juni und Juli zusammen um 55.000 Stellen höher aus als zuvor gemeldet.

Die Arbeitslosenquote verharrte unverändert gegenüber Juli bei 4,1 %. Die Erwerbsquote stieg leicht auf 61,6 %, lag jedoch weiterhin 0,5 Prozentpunkte unter dem Wert von Januar dieses Jahres. Bei den Löhnen stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne im August im Vergleich zum Vormonat um 0,3 % und im Jahresvergleich um 3,1 %, was insgesamt ein moderates Lohnwachstum widerspiegelt.

Aus den Daten des Bureau of Labor Statistics (BLS) ging hervor, dass der Stellenaufbau im August in erster Linie von der Gastronomie sowie dem kommunalen Bildungswesen getragen wurde; auch im verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheitswesen nahm die Beschäftigung zu. Dagegen sank die Zahl der Arbeitsplätze im Informationssektor, was zeigt, dass trotz der deutlichen Verbesserung der Arbeitsmarktdaten gegenüber Juli weiterhin Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen bestehen.

Vor dem offiziellen Arbeitsmarktbericht hatten zuvor veröffentlichte ADP-Daten gezeigt, dass der private Sektor im August lediglich 38.000 Stellen geschaffen hatte, was deutlich unter den Erwartungen von 48.000 lag. Die große Abweichung erklärt sich zum Teil dadurch, dass ADP nur den privaten Sektor erfasst, während der offizielle Bericht auch den öffentlichen Dienst beinhaltet (das kommunale Bildungswesen schuf im August 42.000 Stellen), was den aktuellen Werten des US-Arbeitsmarktberichts umso größeres Gewicht verleiht.

Nach der Veröffentlichung der Daten reagierten die Finanzmärkte prompt. Bei Redaktionsschluss fiel der Gold-Spotpreis kurzfristig um mehr als 80 US-Dollar und rutschte unter 4.400 US-Dollar pro Unze, was einem Tagesminus von 1,88 % entsprach; Silber-Spot gab kurzfristig um 1,8 US-Dollar nach und notierte bei 65,17 US-Dollar pro Unze. Der US-Dollar-Index (DXY) legte kurzzeitig um 34 Pips zu und erreichte 99,36.

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[Quelle: TradingView]

Starke Arbeitsmarktdaten verstärkten die Wetten am Markt auf eine Zinserhöhung der Fed im September, was zinssensitive Vermögenswerte wie Gold und Silber unter Druck setzte.

Zuvor hatte Fed-Gouverneur Christopher Waller erklärt, dass er bei einer weiteren Abkühlung der Inflation dazu neigen würde, auf der September-Sitzung für unveränderte Zinsen zu stimmen. Unter dem Eindruck seiner Aussagen waren die Markterwartungen für eine Zinserhöhung im September zeitweise auf etwa 50 % gefallen.

Nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für August verstärkten Händler jedoch rasch ihre Wetten auf eine Zinserhöhung im September, wobei die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit zeitweise wieder über 60 % stieg. Der starke Arbeitsmarktbericht könnte die Zinsanhebungserwartungen für die September-Sitzung der Fed somit erneut anheizen.

Allerdings reicht ein einzelner Monat an Arbeitsmarktdaten nicht aus, um den geldpolitischen Kurs der Fed allein zu bestimmen. Waller hatte zuvor klargestellt, dass seine geldpolitische Einschätzung stark von den Inflationsdaten für August abhängen wird, womit die anstehenden Verbraucherpreisindex-Zahlen (CPI) eine entscheidende Grundlage für die Zinsentscheidung im September bilden.

Die US-CPI-Daten für August werden am 11. September veröffentlicht, während die Fed ihre FOMC-Sitzung am 15. und 16. September abhält. Die Entwicklung der Inflation wird zusammen mit den Arbeitsmarktdaten die Markterwartungen für die Zinsentscheidung im September maßgeblich prägen.

Insgesamt stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der US-Landwirtschaft im August um 162.000 und übertraf damit die Markterwartung von 56.000 deutlich. Zudem wurden die Zahlen für Juni und Juli um insgesamt 55.000 nach oben korrigiert, was darauf hindeutet, dass sich die zuvor gemeldete Schwäche am Arbeitsmarkt etwas abgeschwächt hat.

Gleichzeitig hat der robuste Arbeitsmarktbericht die Wetten auf eine Zinserhöhung im September erneut nach oben getrieben, wobei das tatsächliche Eintreten einer Zinsanhebung von den kommenden Inflationsdaten abhängt. Die Märkte werden die Verbraucherpreise für August weiterhin aufmerksam verfolgen, um weitere Hinweise auf den Kurs der Fed im September zu erhalten.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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