TradingKey – Am 3. September Ortszeit Tokio gab Greg Abel, CEO von Berkshire Hathaway (BRK.a)(BRK.b), der CNBC-Sendung „Squawk Box“ in Tokio ein Interview, bei dem Themen wie Investitionen in Japan, die Google (GOOGL)-Muttergesellschaft Alphabet, KI-Rechenzentren, der Immobilienmarkt und die Kapitalallokation im Mittelpunkt standen.
In einem Interview erklärte Abel ausdrücklich, dass Berkshire plant, seine Beteiligungen an Mitsubishi Corp., Mitsui & Co., Itochu, Sumitomo und Marubeni über „Jahrzehnte“ zu halten. Berkshire begann vor etwa sechs Jahren mit Investitionen in diese fünf Handelshäuser und erhöhte seinen Anteil an jedem einzelnen Unternehmen nach Erhalt ihrer Zustimmung auf über 10 %.
Ende 2025 belief sich der Marktwert von Berkshires Aktienbeständen an den fünf Handelshäusern auf rund 35,37 Milliarden US-Dollar, wobei der Konzern in diesem Jahr Dividenden von etwa 862 Millionen US-Dollar erhielt. Bis Anfang September 2026 stieg der Gesamtwert dieser fünf Beteiligungen auf rund 42 Milliarden US-Dollar. Abel erwartet, dass die zugrundeliegenden Gewinne der fünf Handelshäuser weiter wachsen werden und künftig auch höhere Dividenden sowie Aktienrückkäufe zu erwarten sind.
Im Anschluss an Abels Äußerungen stiegen die Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser am 3. September auf breiter Front. Mitsubishi Corp. legte im Tagesverlauf um bis zu 5,4 % zu, während Sumitomo, Mitsui & Co., Itochu und Marubeni zeitweise ebenfalls Gewinne von über 3 % verzeichneten. Bei Redaktionsschluss lag Mitsubishi Corp. rund 4 % im Plus.

[Quelle: TradingView]
Abel erklärte, dass Berkshire seine Beteiligungen an den fünf Handelshäusern zu einem geeigneten Zeitpunkt noch weiter aufstocken könnte. Während dieser Japanreise führte er zudem Gespräche mit dem Management der fünf Handelshäuser und von Tokio Marine Holdings.
Bezüglich des jüngsten Anstiegs der Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen auf rund 3 % – den höchsten Stand seit 1996 – merkte Abel an, dass keines der fünf Handelshäuser das aktuelle Zinsniveau als fundamentale Herausforderung ansieht, da die japanischen Renditen in absoluten Zahlen weiterhin relativ moderat seien. Berkshire hält derzeit auf Yen lautende Verbindlichkeiten von mehr als 15 Milliarden US-Dollar und könnte sich künftig weiter Kapital über den japanischen Markt beschaffen.
Unterdessen hat sich Alphabet zu einer der bedeutendsten Neuinvestitionen von Berkshire in den letzten Jahren entwickelt. Abel erklärte, dass Buffett vor rund 15 Monaten damit begonnen habe, die Erstposition von Berkshire in Alphabet aufzubauen.
Ende Mai dieses Jahres lud Alphabet Berkshire dazu ein, sich an einer Aktienplatzierung zu beteiligen. Beide Seiten erörterten in der Folge das Investitionsvolumen sowie den Abschlag, und Berkshire tätigte schließlich eine Investition von rund 10 Milliarden US-Dollar mit einem Abschlag von 6,5 %.
Per Ende Juni hielt Berkshire rund 106 Millionen Alphabet-Aktien mit einem Marktwert von etwa 37,8 Milliarden US-Dollar, womit diese die drittgrößte Stammaktienbeteiligung des Konzerns bildete. Abel merkte an, dass Rückmeldungen aus den Tochterunternehmen von Berkshire bei der praktischen Nutzung von KI das Interesse des Unternehmens an Alphabet verstärkt hätten.
Abel erklärte, dass der wachsende Strombedarf von KI-Rechenzentren eine große Chance für Berkshire und Berkshire Hathaway Energy darstellt. Im vergangenen Jahr entfielen rund 8 % der Stromlast von Berkshire Hathaway Energy in Iowa auf Rechenzentren.
Allerdings verlangt Berkshire, dass entsprechende Projekte die Strompreise für andere Kunden nicht in die Höhe treiben dürfen und den bestehenden Kunden insgesamt zugutekommen sollten. Zugleich müssen sie die Zustimmung der örtlichen Gemeinden einholen und Auswirkungen auf Aspekte wie die Wasserressourcen berücksichtigen.
Berkshire schloss die Übernahme von Taylor Morrison (TMHC) im Juli dieses Jahres mit einem Eigenkapitalwert von rund 6,8 Milliarden US-Dollar ab. Abel erwartet, dass der Vermögenswert in den nächsten 5 bis 10 Jahren einen hohen Wert behält, der US-Wohnimmobilienmarkt sich kurzfristig jedoch nicht rasch erholen wird und die Verbraucher weiterhin unter dem Druck von Inflation und Hypothekenzinsen stehen.
Zum 30. Juni beliefen sich die liquiden Mittel von Berkshire, einschließlich Barmitteln und kurzfristigen US-Staatsanleihen, auf rund 364,7 Milliarden US-Dollar. Obwohl das Unternehmen zuletzt beträchtliches Kapital in Bereiche wie Alphabet und Taylor Morrison investiert hat, verfügt Berkshire weiterhin über eine massive Liquiditätsreserve.
Darüber hinaus erwarb Berkshire im März dieses Jahres eine Beteiligung von rund 2,5 % an Tokio Marine Holdings und ging eine strategische Partnerschaft mit dem Unternehmen ein. Abel erklärte, das Unternehmen hoffe, weiterhin Kooperationsmöglichkeiten zwischen beiden Seiten auszuloten.
Insgesamt bleibt das zentrale Signal, das Abel in diesem Interview vermittelte, die langfristige Kapitalallokation: die Suche nach langfristigen Anlagemöglichkeiten in Bereichen wie japanischen Handelshäusern, Alphabet, KI-Energie und Wohnimmobilien.