EasyJet-Aktien steigen um 14 %, Apollos 7,7-Milliarden-Dollar-Gebot wirbelt britischen Billigflieger auf

Quelle Tradingkey

TradingKey – Der Übernahmekampf um easyJet hat innerhalb von nur einer Woche eine dramatische Wendung genommen. Der US-amerikanische Private-Equity-Riese Apollo Global Management ( APO) ist mit einem Gebot von 5,7 Milliarden Pfund ins Rennen gegangen. Damit zog das Unternehmen an Castlelake vorbei, das zuvor eine grundsätzliche Einigung erzielt hatte, und verschärfte den Bieterstreit um Europas zweitgrößte Billigfluggesellschaft.

easyJet gab am Freitag in einer Erklärung bekannt, dass eine grundsätzliche Einigung über ein Barübernahmeangebot von Apollo in Höhe von 715 Pence je Aktie erzielt wurde. Dieser Preis liegt rund 3,6 % über dem jüngsten Angebot von Castlelake von 690 Pence je Aktie, womit das vollständig verwässerte Aktienkapital von easyJet mit rund 5,7 Milliarden Pfund (entspricht etwa 7,7 Milliarden US-Dollar) bewertet wird. Beflügelt von diesen Nachrichten stiegen die easyJet-Aktien am Freitagmorgen im frühen Handel um rund 14 % und erreichten ein Vierjahreshoch.

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[Quelle: TradingView]

Erst vor wenigen Tagen hatte easyJet den fünften Vorschlag von Castlelake über 690 Pence je Aktie angenommen. Nach diesem Plan sollte die 31 Jahre alte britische Billigfluggesellschaft von der Börse genommen werden, wobei der US-Finanzinvestor die Flottenmodernisierung und den Ausbau des Urlaubsgeschäfts leiten sollte. Der plötzliche Einstieg von Apollo durchkreuzte jedoch den ursprünglichen Plan. Der Vorstand von easyJet erklärte, dass er den Aktionären angesichts des besseren Angebots von Apollo nicht mehr empfiehlt, das Übernahmeangebot von Castlelake anzunehmen.

Apollo erklärte in seiner Mitteilung, dass eine Struktur in Privatbesitz easyJet Zugang zu zusätzlichem Kapital verschaffen würde, um die längerfristige strategische Planung zu unterstützen. Apollo betonte die Überzeugung, dass das bestehende Billigflug-Geschäftsmodell von easyJet erhebliches Wachstumspotenzial bietet, und plant, dessen Entwicklung durch Flottenmodernisierungen zu beschleunigen – eine kostspielige Aufgabe für jede Fluggesellschaft, während Private-Equity-Kapital eine flexiblere Ressourcenallokation ermöglichen kann.

Darüber hinaus erklärte Apollo, dass man alle notwendigen Maßnahmen ergreifen werde, um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, wonach europäische Fluggesellschaften von EU-Unternehmen kontrolliert werden müssen, und verpflichtete sich, die Marke easyJet zu erhalten. Castlelake hatte zuvor versucht, diese „EU-Kontrollregel“ durch die Einbindung zweier irischer Luftfahrt-Manager zu erfüllen, während Apollos genaue Pläne hierzu noch abzuwarten bleiben.

Nach den britischen Übernahmeregeln muss Apollo bis zum 7. August entweder eine feste Übernahmeabsicht erklären oder sich zurückziehen, während die Frist für Castlelake am 3. August abläuft. Dies bedeutet, dass sich die beiden US-amerikanischen Private-Equity-Riesen in den kommenden Wochen einen harten Kampf liefern werden.

Marktanalysten wiesen darauf hin, dass easyJet schon lange als Übernahmeziel gilt, da der gedrückte Aktienkurs nach der Pandemie in Kombination mit rasant steigenden Treibstoffkosten infolge von Konflikten im Nahen Osten die Finanzen belastet. In dem Ende März abgelaufenen Geschäftshalbjahr belief sich der Nettoverlust des Unternehmens auf 377 Millionen Pfund, was einem Anstieg von 27 % im Jahresvergleich entspricht. Die Kernwerte des Unternehmens bleiben jedoch rar: eine moderne Flotte von Flugzeugen der Airbus-A320-Familie, Auftragsbücher für Hunderte von Maschinen sowie begehrte Start- und Landerechte (Slots) zu Spitzenzeiten an wichtigen Drehkreuz-Flughäfen in London, Mailand und Genf.

Zu beachten ist, dass easyJet-Gründer Sir Stelios Haji-Ioannou und seine Familie immer noch rund 15 % der Aktien des Unternehmens halten. Obwohl er sich bisher nicht öffentlich geäußert hat, deuten Marktgerüchte darauf hin, dass er geneigt sein könnte, ein „atemberaubendes“ Angebot anzunehmen. Ob das Geschäft letztendlich zustande kommt, hängt stark von der Haltung der Großaktionäre ab.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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