NZD/USD beendet seine dreitägige Verlustserie und notiert während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag um 0,5740. Das Paar legt zu, da der neuseeländische Dollar (NZD) nach der Veröffentlichung der inländischen Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal an Stärke gewinnt. Die wirtschaftliche Aktivität Neuseelands stieg im Juni-Quartal um 0,2% gegenüber dem Vorquartal, nachdem sie im März-Quartal um 0,9% zugelegt hatte. Auf Jahresbasis wuchs das BIP im Q2 um 2,6%, nach einem revidierten Anstieg von 1,7% im Vorquartal.
Analysten der ING heben hervor, dass die Sitzung der Reserve Bank of New Zealand im September eine "dovishe Überraschung" brachte, wobei die Entscheidungsträger signalisierten, dass "nur noch Spielraum für weitere 25 bp bis 3,0% besteht." ING warnt, dass diese Orientierung "nicht als Verpflichtung verstanden werden sollte," und betont, dass der geldpolitische Kurs weiterhin datenabhängig bleibt. Insbesondere merkt die Bank an, dass "je länger die Energiepreise erhöht bleiben, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Aufwärtskorrekturen der geldpolitischen Projektionen bis zum Jahresende ist," was darauf hindeutet, dass der aktuelle Zinsausblick bei anhaltendem Kostendruck noch nach oben angepasst werden könnte.
Das Paar NZD/USD erhielt zusätzlichen Rückenwind, da der US-Dollar (USD) seine Verluste trotz der Möglichkeit weiterer geldpolitischer Straffungen durch die Federal Reserve (Fed) hielt. Die Fed erhöhte den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Zielspanne von 3,75% bis 4,00%, womit sie den Markterwartungen entsprach und ihre erste Zinserhöhung seit drei Jahren markierte, während sie signalisierte, dass vor Jahresende eine weitere Anhebung erfolgen könnte.
Fed-Chef Kevin Warsh erklärte, die Zinserhöhung sei darauf zurückzuführen, dass die Inflation "zu hoch" sei und dies "zu lange" andauere, und stellte die Maßnahme als "besonnene" und "verantwortungsvolle Entscheidung" dar, während er weitere Zinserhöhungen zur Eindämmung des Preisdrucks nicht ausschloss. Nach diesen Kommentaren preisten die Geldmärkte laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von rund 51% für eine weitere Fed-Zinserhöhung auf der Oktober-Sitzung ein.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.