USD/JPY gibt nach drei Tagen mit Gewinnen nach und handelt während der europäischen Sitzung am Donnerstag um 155,80. Das Paar verliert an Boden, da der japanische Yen (JPY) angesichts der Markterwartungen einer Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) um 25 Basispunkte am Freitag zulegt.
Japanische Beamte äußerten sich am Donnerstag vorsichtig, wobei Wirtschaftsminister Minoru Kiuchi erklärte, die Regierung wolle wirtschaftliche Stärke mit fiskalischer Nachhaltigkeit in Einklang bringen, sich jedoch nicht direkt zu den Zinssätzen äußern wolle. Finanzministerin Satsuki Katayama merkte an, dass die Beamten Haushaltsanträge überprüfen und die Emission von Schuldtiteln steuern werden, um die Glaubwürdigkeit des Marktes zu erhalten, und äußerte zugleich die Erwartung, dass die Zentralbank die Politik angemessen steuern werde, um ein stabiles Inflationsziel von 2% zu erreichen.
Unterdessen steht das Paar USD/JPY unter Abwärtsdruck, da der US-Dollar (USD) seine Verluste hält, obwohl weiteres Straffungspotenzial der Geldpolitik der Federal Reserve besteht. Die Fed hat den Leitzins für Federal Funds kürzlich um 25 Basispunkte auf eine Zielspanne von 3,75% bis 4,00% angehoben, was die erste Zinserhöhung seit drei Jahren markiert und den Markterwartungen entspricht. Die Entscheidungsträger signalisierten zudem, dass vor Jahresende eine weitere Zinserhöhung möglich bleibt.
Zur Erklärung des Schritts sagte Fed-Chef Kevin Warsh, die Entscheidung sei darauf zurückzuführen, dass die Inflation zu lange zu hoch geblieben sei, und bezeichnete die Maßnahme als nüchternen und verantwortungsvollen Schritt, um den Preisdruck einzudämmen und zugleich weitere Erhöhungen im Blick zu behalten. Nach diesen Äußerungen preisten die Geldmärkte laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von rund 51% für eine weitere Zinserhöhung der Fed auf der Sitzung im Oktober ein.
Analysten bei MUFG warnen davor, die jüngsten Fed-Projektionen zu überinterpretieren, und argumentieren, dass „wir möglicherweise nicht zu viel in die medianen Dot-Levels hineinlesen sollten und dass sich diese Niveaus im weiteren Verlauf der Entwicklungen ändern könnten und sehr wahrscheinlich auch werden.“ Sie heben hervor, dass der „mediane Dot von 4,125 % für 2026 und 2027 auf eine weitere Zinserhöhung und dann keine Zinssenkungen bis 2028 hindeutet“, wenn der mediane Dot „nur um 25 Basispunkte und dann 2029 um weitere 25 Basispunkte auf 3,625 % fällt.“ MUFG bezeichnet dies als „eine sehr vorsichtige Rücknahme der beiden für dieses Jahr eingepreisten Zinserhöhungen“ und merkt an, dass dies „sicherlich impliziert, dass ein schnellerer Rückgang des Kern-CPI mehr als nur eine zusätzliche Zinserhöhung erfordern wird.“
Im Tageschart notiert USD/JPY bei 155,80 und behält damit einen bärischen kurzfristigen Bias bei, da der Spotkurs unter dem 50-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bleibt. Der Preis stabilisiert sich jedoch oberhalb des Neun-Tage-EMA, was eher auf eine kurzfristige Konsolidierung als auf einen unmittelbaren Einbruch hindeutet. Der 14-Tage-Relative Strength Index (RSI) bei 43,69 bleibt im neutralen Bereich, was darauf hindeutet, dass der Abwärtsdruck anhält, jedoch ohne überverkaufte Bedingungen, während der FXS Fed Sentiment Index um 151,79 einen unterstützenden Hintergrund bietet, der sich bislang noch nicht in einer bullischen Rückeroberung des längerfristigen Trends niedergeschlagen hat.
Auf der Oberseite stellt der 50-Tage-EMA bei 158,17 den ersten relevanten Widerstand dar, und der breitere bärische Ton dürfte intakt bleiben, solange USD/JPY unter dieser Barriere handelt. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim Neun-Tage-EMA nahe 155,45, wobei der jüngste Preispivot bei 155,80 als fragiler Boden fungiert; ein anhaltender Rückgang unter diese Niveaus würde den Sentiment-Anker um 151,79 als nächste Unterstützungszone freilegen und Raum für eine tiefere Korrekturbewegung eröffnen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.