NBC Economics and Strategy, verfasst von Taylor Schleich und Ethan Currie, ordnet die jüngste Entscheidung der Federal Reserve nach starken CPI-Daten ein. Die Fed lieferte eine weithin erwartete Zinserhöhung und signalisierte Unterstützung für eine länger anhaltende restriktive Geldpolitik. Der Dot Plot zeigt, dass die Leitzinsen bis Ende 2029 über 3,5 bis 3,75 Prozent bleiben sollen. Dadurch flacht die Zinskurve ab: Renditen am kurzen Ende steigen, während die Renditen am langen Ende stabil bleiben.
"Nach dem CPI-Bericht der vergangenen Woche gab es daran kaum Zweifel. Eine Zinserhöhung heute war weithin erwartet worden, doch sie wirkt nicht wie ein zaghaftes oder widerwilliges Vorgehen, auch wenn die Fed lange gewartet hatte, bevor sie straffte. Auf Basis eines nach oben revidierten Dot Plots scheint es relativ breite Unterstützung für eine restriktivere Geldpolitik über einen erheblichen Zeitraum zu geben. Die Fed sieht eine Rückkehr in eine Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent erst Ende 2029."
"Das stützte eine deutliche Abflachung der Zinskurve, wobei die Renditen am kurzen Ende stiegen und die Renditen am langen Ende stabil blieben. Es überrascht nicht, dass Warsh bemüht war, sein Bekenntnis zur Preisstabilität zu betonen. Anders als bei früheren Entscheidungen fand der Großteil der Marktbewegung jedoch statt, bevor der Vorsitzende sprach; die Pressekonferenz verlief vergleichsweise ereignisarm."
"Die Marktreaktion ist angesichts dessen, was geliefert und signalisiert wurde, nicht überraschend. Die Fed muss dieser Tendenz zu weiteren Zinserhöhungen jedoch weiterhin folgen, damit das lange Ende einigermaßen begrenzt bleibt. Wir gehen davon aus, dass weitere Straffung bevorsteht, wahrscheinlich bereits bei der nächsten Entscheidung Ende Oktober."
"Von dort aus wird der Ausblick allerdings etwas unklarer. Trotz Warshs nach außen hin falkenhafter Haltung hat die Fed immer wieder gezeigt, dass sie im Zweifel eher zu einer lockeren Haltung neigt. Das bedeutet nicht, dass sie Anfang kommenden Jahres bereits lockern wird. Sollte die Inflation jedoch wie weithin erwartet nachlassen, dürfte es unseres Erachtens schwierig werden, einen Konsens für eine dritte, vierte oder fünfte Zinserhöhung aufzubauen."
"Wir sehen eine obere Zielgrenze von 4,25 Prozent als möglichen Höhepunkt eines kurzen Straffungszyklus. Spätere Zinssenkungen könnten von der Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Expansion abhängen, also vom KI-Boom. Im Vergleich zu dem sehr graduellen Lockerungspfad, den dieser Dot Plot vorgibt, sehen wir die Risiken in Richtung früherer und deutlicherer Zinssenkungen verschoben."