Die indonesische Rupiah schwächte sich ab, da steigende Ölpreise Inflationsängste schürten und die fiskalische Lage des Netto-Ölimporteurs bedrohten.
USD/IDR baut seine Gewinne am vierten Handelstag in Folge aus und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag bei rund 17.730. Das Paar legt zu, da der US-Dollar (USD) von den steigenden Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank in dieser Woche Unterstützung erhält.
Steigende Energiekosten haben die Inflationssorgen verschärft und den Druck auf die Fed erhöht, die Geldpolitik zu straffen. Infolgedessen schossen die Geldmärkte am Montag in die Höhe und preisten eine Wahrscheinlichkeit von über 92% für eine Zinserhöhung ein, ein deutlicher Anstieg gegenüber rund 60% erst vor einer Woche, basierend auf Daten des CME FedWatch Tools.
Strategen bei Scotiabank berichten, dass der USD in die FOMC-Woche „mit fester Tendenz“ geht, da die Märkte auf die „Verschiebung der Erwartungen rund um die geldpolitische Entscheidung am Mittwoch nach den US-Inflationsdaten der vergangenen Woche“ reagieren. Sie heben hervor, dass Swaps nun „21 Basispunkte (oder 85%) Straffungsrisiko für Mittwoch widerspiegeln“, während die jüngste Bloomberg-Umfrage „nur eine sehr knappe Mehrheit der Befragten zeigt, die eine Beibehaltung bevorzugen“, was unterstreicht, wie eng die Markt- und umfragebasierten Erwartungen vor der Sitzung geworden sind.
Die Wirtschaftsdaten vom Freitag zeigten, dass der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im August gestiegen ist, wobei die Kerninflation den stärksten Anstieg seit vier Monaten verzeichnete. Zudem sprang die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen aufgrund breiterer Inflations- und Fiskalsorgen in Richtung 5%.
Auch die indonesische Rupiah (IDR) steht angesichts steigender Ölpreise unter Druck, da diese die heimische Inflation anheizen und die fiskalische Balance der Netto-Öl importierenden Nation belasten könnten. Diese Inflationsängste nahmen zu, nachdem die Gesamtinflation im August auf 3,19% beschleunigte und damit die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der durch El Niño bedingten Volatilität der Lebensmittelpreise untergrub.
Im Tageschart notiert USD/IDR bei 17.730 und hält sich kurzfristig in einer neutralen Haltung, da der Kurs über dem kurzfristigen 9-Perioden-Exponential Moving Average (EMA) liegt, aber weiterhin unter dem mittelfristigen 50-Perioden-EMA gedeckelt bleibt. Diese Gegensituation deutet eher auf eine Konsolidierung als auf einen klaren Trend hin, während der 14-Tage-Relative Strength Index (RSI) bei etwa 47 unter der Mittellinie bleibt und darauf hindeutet, dass das Aufwärtsmomentum trotz nachlassenden Verkaufsdrucks weiterhin gedämpft ist.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 50-Perioden-EMA nahe 17.797, und ein Tagesschluss über dieser Barriere wäre nötig, um eine stärkere Erholungsphase wieder zu eröffnen. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 9-Perioden-EMA um 17.685; ein Bruch unter diese Marke würde die jüngsten Tiefs freilegen und die Tendenz wieder zugunsten der Bären kippen.
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Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.