Geoff Yu von BNY zufolge hat der teilweise Verlust der wirtschaftlichen Sonderstellung der USA bislang nicht zu einer breiten Abkehr von US-Anlagen geführt. Internationale Investoren halten weiterhin hohe Positionen in US-Aktien, gestützt vor allem durch die Themen Technologie und künstliche Intelligenz. Gleichzeitig reduzieren sie ihre Bestände an US-Staatsanleihen, da die steilere Zinskurve das Durationsrisiko erhöht. BNY geht davon aus, dass die Positionierung in US-Anlagen aus strukturellen Gründen robust bleiben wird.
„Eine unmittelbare Frage nach dem Verlust des ‚US-Exzeptionalismus‘ lautet, ob damit auch die Dominanz amerikanischer Vermögenswerte zusammenbrechen wird. Die Antwort bleibt ein klares ‚Nein‘: Über ‚Sell America‘ wird nach wie vor deutlich häufiger gesprochen, als diese Strategie tatsächlich in den Portfolios umgesetzt wird.“
„Die Technologie- und KI-Story, die die Entwicklung der US-Aktien stützt, ist weiterhin intakt und bestimmt nach wie vor die grenzüberschreitende Positionierung. Unsere Daten zeigen, dass der Anteil von US-Aktien in den Portfolios von Anlegern außerhalb der USA deutlich gestiegen ist und sich den bisherigen Jahreshöchstständen nähert.“
„In den Portfolios mit Staatsanleihen sind die Bestände an US-Treasuries zurückgegangen. Das zeigt, dass die steilere Zinskurve Auswirkungen hat. Dennoch lag die gesamte Positionierung dieser Anlegergruppe in US-Staatsanleihen eine Woche nach der Fed-Entscheidung weiterhin über den Tiefständen von Anfang Juli.“
„Wir sind weiterhin überzeugt, dass die Positionierung in US-Anlagen aus strukturellen Gründen stabil bleiben wird. Auch die Verteilung innerhalb der US-Anlagen scheint sich zunehmend zugunsten von Aktien zu verschieben.“
„Bei US-Anlagen sollte das Engagement in Aktien beibehalten, die Duration bei US-Staatsanleihen jedoch aktiver gesteuert werden, da die steilere Zinskurve und die Volatilität am Anleihemarkt weiterhin die wichtigsten Belastungsfaktoren darstellen.“