Ethereum (ETH) setzte am Donnerstag seine Konsolidierung in der engen Spanne zwischen 1.800 und 2.000 US-Dollar fort. Wichtige On-Chain-Kennzahlen liefern dabei weiterhin schwache Signale.
Der ETH Exchange Netflow, der die Differenz zwischen den Zu- und Abflüssen von Coins auf Kryptobörsen misst, deutet auf einen leichten Überhang der Verkaufsaktivität hin, nachdem der gleitende 14-Tage-Durchschnitt in den positiven Bereich gedreht ist.
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ETH Exchange Netflow. Quelle: CryptoQuant
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Exchange Reserves, die den gesamten ETH-Bestand auf Kryptobörsen erfassen. Die Kennzahl bewegte sich in der vergangenen Woche weitgehend seitwärts, stieg in den vergangenen beiden Tagen jedoch leicht auf 15,13 Millionen ETH. Steigende Werte gingen in der Vergangenheit häufiger mit einem zunehmenden Verkaufsdruck einher.
Auch der Coinbase Premium Index, der als Stimmungsindikator für den US-Markt gilt, verharrt im negativen Bereich. Trotz der Erholung am US-Aktienmarkt fiel der Index in den vergangenen beiden Tagen weiter auf minus 0,081.
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ETH Coinbase Premium Index. Quelle: CryptoQuant
Im Gegensatz dazu verzeichneten börsengehandelte US-Spot-ETFs auf Ethereum in der vergangenen Woche laut Daten von SoSoValue Nettozuflüsse von 244,9 Millionen US-Dollar. In der laufenden Woche kam es bislang lediglich zu moderaten Abflüssen von 8,9 Millionen US-Dollar.
Diese Diskrepanz deutet auf eine bessere Stimmung unter traditionellen und institutionellen Anlegern in den USA hin, während Investoren aus dem Kryptomarkt selbst weiterhin vorsichtig bleiben.
Die Zurückhaltung dürfte vor allem von kleineren Anlegern beziehungsweise privaten Wallets ausgehen. Wallets mit Beständen zwischen 100 und 1.000 ETH sowie zwischen 1.000 und 10.000 ETH verkauften in der vergangenen Woche zusammen rund 160.000 ETH. Damit setzte sich das bereits seit Ende April zu beobachtende Verteilungsmuster fort.
Großinvestoren bewegten sich dagegen in die entgegengesetzte Richtung. Sogenannte Whale-Wallets mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH stockten ihre Positionen in der vergangenen Woche um rund 100.000 ETH auf.
Unterdessen erklärte der CryptoQuant-Analyst MorenoDV, Ethereum könnte sich erneut einer Bodenbildung nähern. Als Hinweis nannte er den Net Unrealized Profit/Loss (NUPL) der auf Binance gehaltenen ETH, der sich der wichtigen Marke von minus 0,35 angenähert hat.

Net Unrealized Profit/Loss. Quelle: CryptoQuant
„Historisch betrachtet fielen diese Niveaus mit den Tiefständen von Ende 2019 und März 2020, den beiden Bodenbildungsphasen 2022, der Korrektur 2025 und dem jüngsten Rückgang zusammen“, schrieb MorenoDV. „Unterschiedliche Auslöser führten zur gleichen grundlegenden Situation: Die Verluste waren so groß geworden, dass der Verkaufsdruck bereits weit fortgeschritten sein dürfte.“
Nach Einschätzung des Analysten könnte nach der Kapitulation besonders verlustempfindlicher Anleger das verbleibende Angebot weniger bereit sein, zu noch niedrigeren Bewertungen zu verkaufen. Dadurch könnte bereits eine moderate Nachfrage ausreichen, um den Markt zu stützen, da von verkaufsbereiten Anlegern weniger zusätzliches Angebot auf den Markt kommt.
Bei Ethereum wurden laut Daten von Coinglass in den vergangenen 24 Stunden Positionen im Volumen von 30 Millionen US-Dollar liquidiert. Davon entfielen 21,1 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen.
Nach dieser Bewegung bleibt das kurzfristige Chartbild auf Tagesbasis leicht positiv. ETH notiert oberhalb der exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMA) der vergangenen 20 und 50 Tage bei 1.884 beziehungsweise 1.865 US-Dollar. Der leicht positive Relative Strength Index (RSI) von rund 52 sowie der neutrale Stochastik-Wert von etwa 55 sprechen dabei eher für eine stabile als für eine ausgeprägte Aufwärtsdynamik.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 100-Tage-EMA bei 1.922 US-Dollar. Danach folgt die horizontale Hürde bei rund 1.961 US-Dollar. Weitere Widerstände befinden sich bei 2.172 und 2.431 US-Dollar und verstärken damit eine übergeordnete Angebotszone.
ETH/USDT-Tageschart
Auf der Unterseite bieten zunächst die 20- und 50-Tage-EMAs Unterstützung. Darunter folgt eine stärkere Nachfragezone an der horizontalen Unterstützung bei rund 1.809 US-Dollar. Ein Bruch dieser Marke würde den Weg in Richtung der tiefer liegenden Unterstützungen bei 1.701 und 1.507 US-Dollar öffnen.