TradingKey – Das jüngste Beige Book der US-Notenbank Federal Reserve zeigt, dass die US-Wirtschaft von Ende Mai bis Juni weiterhin in einem „leichten bis mäßigen“ Tempo expandiert ist. Dabei meldeten 11 von 12 Bezirken ein Wachstum, und die Gesamtentwicklung fiel etwas besser aus als im vorangegangenen Berichtszeitraum.
Aus makroökonomischer Sicht zeigte das Beige Book, dass die US-Wirtschaft im Berichtszeitraum von Ende Mai bis Juni ihren stabilen Trend fortsetzte. Berichte aus mehreren Bezirken hoben explizit hervor, dass der robuste Bau von Rechenzentren und die lebhafte Nachfrage nach Maschinen eine mäßige Expansion im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bausektor direkt ankurbelten. Unterdessen senkten Unternehmen in Bezirken wie San Francisco zwar ihre Einstellungsquoten, leiten jedoch weiterhin verstärkt Kapital in den KI-Sektor.
Beim Konsum zeigte das Beige Book, dass WM-Events einigen Bezirken (wie etwa Boston) zusätzliche Impulse für den Tourismus und die Konsumausgaben bescherten. Allerdings zehren die hohen Kraftstoffpreise an der Kaufkraft der Bürger. Mehrere Bezirke berichteten, dass sich die Verbraucherausgaben für diskretionäre Konsumgüter deutlich verlangsamt haben, die Preissensibilität der Kunden rapide zunimmt und der finanzielle Druck auf einige einkommensschwache Familien immer deutlicher spürbar wird.
Mit Blick auf die Inflation blieb das allgemeine Preiswachstum im Vergleich zum Vorzeitraum zwar unverändert oder verlangsamte sich, dennoch haben es die Unternehmen nicht leicht. Steigende Sach- und Vorleistungskosten (insbesondere für Energie, Transport und Rohstoffe) schmälern die Gewinnmargen erheblich. Das Beige Book hob explizit hervor, dass der Nahostkonflikt und höhere Zölle die direkten Treiber für die häufigen Lieferkettenprobleme und steigenden Transportkosten sind. Da die Endverbraucher immer sensibler auf Preiserhöhungen reagieren, bleibt einigen Unternehmen keine Wahl, als die Belastungen durch steigende Kosten notgedrungen selbst zu tragen.
Auf dem Arbeitsmarkt meldeten fünf Bezirke ein Beschäftigungswachstum (im Vergleich zu nur einem im vorangegangenen Berichtszeitraum). Dennoch besteht der strukturelle Mangel an Fachkräften, wie etwa Technikern, weiterhin fort. Um dem Wettbewerb um Talente mit höheren Löhnen und dem Arbeitskräftemangel zu begegnen, setzt eine wachsende Zahl von Unternehmen KI-Tools in ihren Einstellungs- und Vorauswahlprozessen ein oder nutzt KI, um die Produktivität der bestehenden Mitarbeiter direkt zu steigern.
Insgesamt zeigten sich die Befragten hinsichtlich der künftigen wirtschaftlichen Expansion weiterhin optimistisch, doch die Kraftstoffkosten und die geopolitische Unsicherheit bleiben wesentliche Risikofaktoren.