Laut der Reuters-Umfrage vom 23. bis 25. Juni erwarten 78 von 102 Ökonomen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze im aktuellen Bereich von 3,50 % bis 3,75 % das ganze Jahr über stabil hält, gegenüber 72 Ökonomen, die dies in der Umfrage Anfang Juni erwartet hatten.
Eine Mehrheit der Ökonomen, die die Fed bis zum Jahresende bei der Beibehaltung des Status quo unterstützen, widersetzt sich damit den festen Markterwartungen von mindestens einer Zinserhöhung durch die Zentralbank in diesem Jahr.
Das CME FedWatch Tool zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinssätze in diesem Jahr mindestens einmal anhebt, bei 81,7 % liegt
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.