Gold (XAU/USD) hält sich am Freitag über der Marke von 4.000 USD, da ein schwächerer US-Dollar (USD) und niedrigere Treasury-Renditen nach dem jüngsten US-Bericht zur Inflation der persönlichen Konsumausgaben (PCE) Unterstützung bieten, der weitgehend den Prognosen entsprach und die Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) reduzierte.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.050 USD und liegt damit 0,6 % im Tagesvergleich im Plus.
Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zeigten, dass der headline PCE im Mai um 0,4 % im Monatsvergleich stieg, unverändert zum April, aber unter der Prognose von 0,5 %. Der Kern-PCE blieb stabil bei 0,3 % und entsprach den Erwartungen.
Nach den Daten reduzierten Händler die Wetten auf eine Zinserhöhung im September, wobei die Wahrscheinlichkeit laut dem CME FedWatch Tool von 70 % vor einer Woche auf 61 % fiel.
Während die schwächeren monatlichen Werte die unmittelbaren Zinserhöhungssorgen milderten, blieben die jährlichen Inflationszahlen deutlich über dem 2%-Ziel der Fed, was darauf hindeutet, dass die Entscheidungsträger die Kreditkosten länger hoch halten dürften, auch wenn niedrigere Ölpreise voraussichtlich dazu beitragen werden, den Inflationsdruck in den kommenden Monaten zu dämpfen.
Vor diesem Hintergrund könnte es Gold schwerfallen, eine bedeutende Erholung zu erzielen, und es bleibt auf Kurs für einen vierten aufeinanderfolgenden monatlichen Rückgang, da die Aussichten auf höhere US-Zinsen weiterhin auf dem zinslosen Metall lasten.
Gleichzeitig bleibt der US-Dollar trotz einiger intraday Schwäche gut unterstützt, was Gold für Käufer aus dem Ausland teurer macht. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,20, nachdem er Anfang der Woche ein mehr als einjähriges Hoch nahe 101,80 erreicht hatte.
Auf geopolitischer Ebene hält die Unsicherheit über eine endgültige US-Iran-Vereinbarung die Händler vorsichtig. Iran erklärte am Freitag, dass die US-Militärpräsenz im Golf Unsicherheit und Spaltung in der Region schüre. Teheran bekräftigte zudem, dass die sichere Passage durch die Straße von Hormus mit den iranischen Behörden koordiniert werden müsse.

Im Tageschart behält XAU/USD eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da der Kurs unter dem 20-Perioden Bollinger Simple Moving Average (SMA) bei 4.247 USD bleibt.
Der Relative Strength Index (RSI) bei 34 liegt knapp über dem überverkauften Bereich, während der Average Directional Index (ADX) bei 41 einen starken, anhaltenden Abwärtstrend signalisiert, was darauf hindeutet, dass etwaige Erholungen wahrscheinlich durch nahegelegene Widerstandsniveaus begrenzt werden.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am mittleren Bollinger-Band nahe 4.247 USD, mit einer stärkeren Barriere am oberen Band bei rund 4.544 USD.
Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung um das horizontale Niveau von 4.000 USD erwartet, gefolgt vom unteren Bollinger-Band bei 3.951 USD, wo Verkäufer eine Pause einlegen könnten, bevor sie einen weiteren Abwärtsimpuls versuchen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.