Volkswirte der ABN AMRO erläutern, wie ein neues Kapitel für die US-Notenbank Fed den US-Dollar in den kommenden Monaten beeinflussen könnte. Sie skizzieren ihre Erwartungen an den geldpolitischen Kurs der Fed, einschließlich möglicher Zinssenkungen und der Strategie für die Bilanzsteuerung, und bewerten, wie sich veränderte Wachstums- und Inflationsdynamiken in den USA auf die Entwicklung des Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen auswirken könnten. Der Bericht konzentriert sich auf makroökonomische Einflussfaktoren und nicht auf kurzfristige Marktbewegungen.
„Wir erwarten, dass die Fed im September mit Zinssenkungen beginnt. Anschließend dürfte ein schrittweiser Lockerungszyklus folgen, der den Leitzins in den kommenden zwei Jahren näher an sein langfristiges neutrales Niveau heranführt.“
„Mit dem Eintritt der Fed in dieses neue Kapitel dürfte der Dollar nach unserer Einschätzung einen Teil seiner jüngsten Sonderstellung verlieren, insbesondere wenn sich das Wachstum in den USA dem anderer fortgeschrittener Volkswirtschaften annähert.“
„Sollte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen als derzeit erwartet und die Fed gezwungen sein, Zinssenkungen zu verschieben oder in geringerem Umfang vorzunehmen, könnte der Dollar gegenüber dem Euro und anderen wichtigen Währungen länger stark bleiben.“
„Unser Basisszenario geht davon aus, dass eine Kombination aus nachlassendem US-Wachstum, sinkendem Inflationsdruck und einem schrittweisen Lockerungszyklus der Fed in den kommenden zwölf bis 18 Monaten zu einer moderaten Abwertung des Dollar führen wird.“
„Die Risiken für unseren Dollar-Ausblick sind in beide Richtungen ausgeprägt. Sowohl eine deutlich stärkere Abschwächung der US-Wirtschaft als erwartet als auch ein erneuter Anstieg des Inflationsdrucks könnten zu spürbar anderen geldpolitischen Entscheidungen der Fed und damit zu einem abweichenden Verlauf des Dollar führen.“