Die Analysten von ABN AMRO untersuchen in einer aktuellen Studie, wie die Entwicklung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed und die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der Eurozone den EUR/USD-Kurs in den kommenden Quartalen beeinflussen könnten. Die Autoren verweisen auf eine schrittweise Annäherung bei Wachstum und Inflation zwischen den USA und dem Euroraum und argumentieren, dass dies den Euro gegenüber dem US-Dollar langfristig stützen dürfte. Zugleich weisen sie auf Risiken durch unterschiedliche geldpolitische Entwicklungen und die globale Risikostimmung hin.
„Wir erwarten, dass EUR/USD im kommenden Jahr tendenziell steigt, da sich die Zinsdifferenzen verringern und die Märkte einen Teil des Sonderstatus auspreisen, der den US-Dollar in den vergangenen Quartalen gestützt hat.“
„Unserer Einschätzung nach dürfte eine schrittweise Normalisierung des US-Wachstums im Verhältnis zur Eurozone, kombiniert mit einer Fed, die ihrem Zinserhöhungszyklus näher am Ende ist als die EZB, ein günstiges Umfeld für den Euro schaffen.“
„Sollte die Fed gezwungen sein, ihre restriktive Haltung länger beizubehalten, während die EZB ihre eigenen Lockerungspläne vorantreibt, könnte das Aufwärtspotenzial für EUR/USD geringer ausfallen als in unserem Basisszenario.“
„Unsere zentrale Prognose sieht vor, dass sich EUR/USD in Richtung eines Niveaus bewegt, das stärker mit den mittelfristigen Fundamentaldaten im Einklang steht. Wir räumen jedoch ein, dass kurzfristige Schwankungen infolge überraschender Konjunkturdaten und Veränderungen der Risikostimmung erheblich sein könnten.“
„Zu den Abwärtsrisiken für unsere EUR/USD-Einschätzung zählen eine erneute Verschlechterung der Wachstumsaussichten in der Eurozone, ein Wiederaufflammen von Sorgen über eine Fragmentierung oder ein Szenario, in dem das US-Wachstum dauerhaft stärker bleibt, als wir derzeit erwarten.“