Der Politiker der Europäischen Zentralbank (EZB), Gediminas Šimkus, äußerte sich während der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch und sagte, dass weiterhin genügend Aufwärtsrisiken für die Inflation bestehen, um eine zusätzliche geldpolitische Straffung zu rechtfertigen.
Šimkus erwartet, dass die EZB mindestens eine weitere Zinserhöhung vornimmt, um sicherzustellen, dass die Inflationserwartungen unter Kontrolle bleiben. Er betonte, dass die Begrenzung der Inflationserwartungen weiterhin zentral für das Ziel der EZB ist, die Inflation mittelfristig um das Zielniveau zu halten.
Das Paar EUR/USD hat Schwierigkeiten, nennenswerte Käufer anzuziehen, da die Händler vor den entscheidenden FOMC-Zinsentscheidungen zögerlich zu sein scheinen. Allerdings könnten die sich verfestigenden Erwartungen für mindestens eine weitere Zinserhöhung durch die EZB weiterhin als Rückenwind für das Währungspaar wirken.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.