Gold (XAU/USD) steht zum dritten Tag in Folge unter Verkaufsdruck und fällt während der asiatischen Sitzung am Donnerstag auf unter 4.400 USD, ein neues Zweimonatstief. Das Risiko einer weiteren Eskalation der Spannungen im Nahen Osten stützt den Status des US-Dollars (USD) als Reservewährung, was weiterhin auf das Edelmetall drückt. Zudem erweisen sich Erwartungen, dass globale Zentralbanken eine restriktivere Haltung zur Bekämpfung der steigenden Inflation einnehmen werden, als ein weiterer Faktor, der Kapitalströme vom Bullion wegtreibt.
Ein US-Beamter teilte Reuters mit, dass das US-Militär am Mittwoch neue Angriffe im Iran durchgeführt habe, bei denen eine militärische Anlage ins Visier genommen wurde, die eine Bedrohung für amerikanische Streitkräfte und den kommerziellen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus darstellte. Der US-Beamte sagte außerdem, dass amerikanische Streitkräfte mehrere iranische Drohnen abgefangen und abgeschossen hätten, die eine ähnliche Bedrohung darstellten. Darüber hinaus erklärte US-Präsident Donald Trump, dass er mit den mit dem Iran ausgehandelten Bedingungen nicht zufrieden sei und sich nicht zu einem schnellen Deal drängen lasse, was die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung zur Beendigung des drei Monate andauernden Iran-Kriegs dämpft. Zudem halten große US-Iran-Differenzen über das Nuklearprogramm Teherans und die Straße von Hormus die geopolitische Risikoprämie aufrecht, was wiederum dem Greenback zugutekommt und den Goldpreis belastet.
Unterdessen führen die jüngsten Entwicklungen zu einer moderaten Erholung der Rohölpreise von einem über drei Wochen alten Tief, das am Donnerstag erreicht wurde, was energiegetriebene inflationsbedingte Sorgen schürt und die Erwartungen an Zinserhöhungen befeuert. Laut dem FedWatch Tool der CME Group preisen Händler eine fast 50%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank (Fed) die Kreditkosten bis Ende dieses Jahres um 25 Basispunkte (bps) anheben wird, und eine 60%ige Chance für eine Zinserhöhung im Januar 2027. Die Wetten wurden durch hawkishe Kommentare mehrerer einflussreicher FOMC-Mitglieder weiter angehoben, was eine neue Aufwärtsbewegung bei den Renditen von US-Staatsanleihen auslöste. Dies erweist sich als ein weiterer Faktor, der den USD stützt und zum Angebotston beim zinslosen Gold beiträgt.
Im weiteren Verlauf richtet sich der Markt nun auf die Veröffentlichung wichtiger US-Makrodaten – den vorläufigen BIP-Bericht für das erste Quartal und den Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE). Der entscheidende PCE-Preisindex gilt als der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator und wird eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der Erwartungen an den Zinspfad der Zentralbank spielen. Die Aussichten sollten wiederum die USD-Nachfrage während der nordamerikanischen Sitzung antreiben. Zudem werden die anhaltenden geopolitischen Schlagzeilen weiterhin für Volatilität an den globalen Finanzmärkten sorgen und dem Goldpreis bedeutende Impulse verleihen.
Aus technischer Sicht behält das Paar XAU/USD kurzfristig einen bärischen Ton innerhalb eines abwärts geneigten Kanals und unter dem 500-Tage Simple Moving Average (SMA). Zudem bewegt sich der Relative Strength Index (RSI) um 35 und deutet auf anhaltend schwache Nachfrage hin. Hinzu kommt, dass der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator unter null mit negativem Wert liegt, was auf dominierenden Abwärtsmomentum schließen lässt.
Das Edelmetall strebt nun an, den Fall weiter unter den sehr wichtigen 200-Tage-SMA auszudehnen und die Unterstützung des aufsteigenden Kanals zu testen, die derzeit nahe 4.311,11 USD liegt. Ein anhaltender Durchbruch unter diese Unterstützung würde den Weg für eine tiefere Korrektur innerhalb der breiteren Korrekturphase öffnen. Auf der Oberseite könnte jede bedeutende Erholung auf ersten Widerstand nahe der horizontalen Zone bei 4.480 USD stoßen. Ein Ausbruch darüber würde die obere Begrenzung des absteigenden Kanals und die Konfluenz mit dem 50-Tage-SMA nahe 4.625-4.630 USD als eine stärkere Angebotszone freilegen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.