USD/TRY steigt nach einem leichten Rückgang am Vortag und erreicht während der asiatischen Handelszeiten am Freitag ein Rekordhoch von 45,7778. Das Paar wertet auf, da die Türkische Lira (TRY) aufgrund politischer Unsicherheit fällt, die nach einem Urteil des obersten Gerichts gegen die Hauptoppositionspartei entstanden ist. Die wichtigsten Wirtschaftspolitiker der Türkei werden sich am Freitagmorgen treffen, um Maßnahmen zur Eindämmung der Marktturbulenzen zu besprechen.
Ein Berufungsgericht in Ankara hat der türkischen Opposition einen weiteren Schlag versetzt, indem es den Führungswettbewerb der Hauptoppositionspartei Republikanische Volkspartei (CHP) von 2023 annullierte. Das Urteil setzt den derzeitigen Parteivorsitzenden Özgür Özel effektiv ab und markiert eine bedeutende Eskalation der juristischen Herausforderungen für politische Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan.
Darüber hinaus wertet das USD/TRY-Paar auf, da der US-Dollar (USD) Unterstützung durch steigende Wahrscheinlichkeiten einer hawkischen Stimmung rund um die Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) erhält. Höhere Energiepreise drohen, die Kern-Verbraucherpreise und Inflationserwartungen in den USA zu erhöhen, was die Fed potenziell dazu veranlassen könnte, die Zinssätze hoch zu halten. Zudem stärkt ein positiverer Ausblick auf das US-Wirtschaftswachstum die Argumente für eine geldpolitische Straffung und stützt den Greenback.
Fed-Vertreter bleiben vorsichtig, während sie prüfen, ob sie die kurzfristigen Zinssätze anpassen sollen. Obwohl sie den Leitzins derzeit stabil halten, entfernen sich die Entscheidungsträger zunehmend von der Idee von Zinssenkungen und sind offener für Zinserhöhungen, falls die Inflation nicht zurückgeht.
US-Präsident Donald Trump wird Kevin Warsh am Freitag im Weißen Haus als Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve vereidigen. Der neue Vorsitzende folgt auf Jerome Powell, dessen Amtszeit am Freitag endete, der jedoch bis zum Übergang weiterhin provisorisch im Amt bleibt.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.