Gold (XAU/USD) zieht nach den zweiseitigen Kursbewegungen des Vortages einige Verkäufer an, schafft es jedoch, während der asiatischen Sitzung am Freitag über der psychologischen Marke von 4.500 USD zu bleiben. Der US-Dollar (USD) bleibt nahe einem Sechs-Wochen-Hoch, das am Mittwoch erreicht wurde, vor dem Hintergrund hawkischer Erwartungen an die Federal Reserve (Fed). Abgesehen davon profitieren gemischte Signale über ein mögliches US-Iran-Friedensabkommen vom Status des Greenbacks als Reservewährung und erweisen sich als ein Schlüsselfaktor, der die Nachfrage nach dem Rohstoff belastet.
Die Marktteilnehmer haben jegliche Möglichkeit einer Zinssenkung durch die Fed für den Rest des Jahres 2026 vollständig ausgeschlossen; stattdessen setzen sie nun auf mindestens eine Zinserhöhung vor Jahresende angesichts steigender Energiepreise und Inflationsängsten bei den Verbrauchern. Zudem zeigten die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der FOMC-Sitzung vom 28.–29. April, dass die Entscheidungsträger dazu tendieren, die Zinsen auf einem hohen Niveau zu belassen oder sie sogar anzuheben, falls die Inflation weiterhin hartnäckig über dem Zielwert von 2 % bleibt. Das FedWatch Tool der CME Group weist eine Wahrscheinlichkeit von über 60 % aus, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bei der Dezember-Sitzung um 25 Basispunkte (bps) anheben wird. Dieser Ausblick war ein wesentlicher Faktor für den jüngsten Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen, der den USD stützt und den renditeschwachen Goldpreis belastet.
Unterdessen erklärte eine ranghohe iranische Quelle, dass noch keine Einigung mit den USA erzielt wurde, die Positionen der beiden Seiten sich jedoch angenähert haben. Die Urananreicherung Irans und Teherans Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus bleiben jedoch Streitpunkte. US-Außenminister Marco Rubio warnte, dass Irans Wunsch, eine Maut für Schiffe durch die Straße zu erheben, als Blockade für ein mögliches Friedensabkommen wirke. US-Präsident Donald Trump sagte ebenfalls, dass die USA keine Maut auf der Straße von Hormus wollen und fügte hinzu, dass das US-Militär Irans Vorrat an hochangereichertem Uran beschaffen werde. Dies hält die geopolitische Risikoprämie aufrecht und begünstigt die USD-Bullen, was darauf hindeutet, dass der Weg des geringsten Widerstands für Gold nach unten führt.
Aus technischer Sicht hält sich das XAU/USD-Paar innerhalb eines breiteren absteigenden Kanals und unter dem 200-Perioden Exponential Moving Average (EMA) im 4-Stunden-Chart, was die kurzfristige Tendenz trotz einiger Stabilisierung begrenzt. Das obere Ende des abwärts geneigten Kanals nahe 4.657,44 USD trifft auf den 200-Perioden-EMA und bildet eine dichte Angebotszone im oberen Bereich. Dies deutet darauf hin, dass Erholungsversuche voraussichtlich Schwierigkeiten haben werden, solange der Goldpreis unter diesem Band bleibt.
Unterdessen ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator positiv geworden, während der Relative Strength Index (RSI) um 45 pendelt. Gemischte Momentum-Indikatoren deuten auf ein nachlassendes Abwärtsmomentum hin, signalisieren jedoch noch keine eindeutige bullische Wende gegen den dominanten strukturellen Abwärtstrend. Daher wäre ein klarer Ausbruch über die genannte gebündelte Widerstandszone erforderlich, um den aktuellen Abwärtsdruck zu lindern.
Auf der Unterseite fungiert die untere Begrenzung des parallelen Kanals nahe 4.362,54 USD als nächste bedeutende Unterstützung. Ein nachhaltiger Bruch unter diese Unterstützung würde die breitere bärische Struktur bestätigen und den Weg für tiefere Verluste in den kommenden Sitzungen ebnen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.