USD/CAD bleibt am vierten Tag in Folge stärker und bewegt sich am Freitag in den frühen europäischen Handelsstunden um 1,3790. Das Paar hält sich, da der US-Dollar (USD) Unterstützung durch steigende Wahrscheinlichkeiten für eine hawkische Haltung der Federal Reserve (Fed) erhält.
Händler preisen steigende Erwartungen ein, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen hoch halten wird, was auf die anhaltende Energiekrise im Zusammenhang mit der Störung in der Straße von Hormus zurückzuführen sein könnte, die die Kernverbraucherpreise und Inflationserwartungen in den USA anheizen könnte.
Fed-Vertreter halten derzeit den Leitzins stabil, und die Entscheidungsträger entfernen sich von der Idee von Zinssenkungen und sind zunehmend offen für Zinserhöhungen, falls die Inflation nicht zurückgeht.
US-Präsident Donald Trump wird Kevin Warsh am Freitag im Weißen Haus als Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve vereidigen. Der neue Vorsitzende folgt auf Jerome Powell, dessen Amtszeit am Freitag endete, der aber bis zum Übergang weiterhin provisorisch im Amt blieb.
Der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) hat angesichts niedrigerer Ölpreise Schwierigkeiten gegenüber dem US-Dollar (USD), da Kanada der größte Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist. Der West Texas Intermediate (WTI)-Ölpreis fällt am dritten Tag in Folge und liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 96,80 USD.
Die Rohölpreise geben nach, da die Versorgungsängste nachlassen und die Zuversicht wächst, dass die Vereinigten Staaten (US) und Iran schließlich eine Einigung erzielen könnten. US-Außenminister Marco Rubio bemerkte, dass es einige ermutigende Zeichen in Bezug auf ein mögliches Abkommen mit dem Iran gebe. Unterdessen stellten hochrangige iranische Beamte klar, dass noch keine offizielle Einigung mit den Vereinigten Staaten erzielt wurde, sie aber anerkannten, dass die Differenzen zwischen den beiden Ländern kleiner geworden sind.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.