Das Paar NZD/USD verliert im frühen europäischen Handel am Freitag an Boden und notiert nahe 0,5870. Anhaltende geopolitische Spannungen im Nahen Osten und Unsicherheit bezüglich eines US-Iran-Friedensabkommens stärken weiterhin eine als sicherer Hafen geltende Währung wie den US-Dollar (USD) gegenüber dem Neuseeländischen Dollar (NZD).
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran dauern an, wobei beide Seiten Nachrichten und Entwurfstexte austauschen, um einen formellen Rahmen für eine Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts zu schaffen. Trotz der Vermittlung Pakistans bei den US-Iran-Gesprächen bleiben jedoch erhebliche Herausforderungen bestehen.
Iranische Beamte erklärten am Freitag, dass noch keine Einigung mit Washington erzielt wurde, die Differenzen jedoch verringert wurden. Dennoch erklärte der Oberste Führer der Islamischen Republik, Mojtaba Khamenei, dass die Urananreicherung Irans und die Kontrolle Teherans über die Straße von Hormus weiterhin zu den Streitpunkten gehören.
Sorgen über hartnäckige Inflationsdaten schüren die Erwartungen, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinssätze hoch halten oder weitere Erhöhungen in Betracht ziehen könnte. Dies könnte wiederum den Greenback stärken und Gegenwind für das Paar erzeugen. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 41,9 % ein, dass die Fed bis zum Jahresende die Zinssätze um 25 Basispunkte (bps) anheben wird.
Auf der Kiwi-Seite wird erwartet, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ihren Leitzins am kommenden Mittwoch unverändert lässt, doch eine knappe Mehrheit der Ökonomen in einer Reuters-Umfrage prognostiziert nun eine oder mehrere Zinserhöhungen bis Ende September, da ein globaler Energieschock die Inflationserwartungen anzuheben droht.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.