BNY-Analyst Geoff Yu weist darauf hin, dass südkoreanische Aktien, insbesondere Werte aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Halbleiter, unter verschärften Finanzierungsbedingungen leiden, obwohl der KOSPI weiterhin zu den weltweit stärksten Börsenindizes zählt. Daten von iFlow zeigen massive Verkäufe institutioneller Investoren und anhaltende Kapitalabflüsse, die nun auch den südkoreanischen Won belasten könnten. Steigende Inflationserwartungen und höhere Produktionskosten in Asien deuteten zudem auf anhaltenden Druck bei der Positionierung in den Schwellenländern des asiatisch-pazifischen Raums hin.
„Unter Verwendung unseres iFlow-EM-Frühindikators, der tägliche grenzüberschreitende Wertpapierströme bündelt und mit offiziellen Daten abgleicht, haben sich die starken Abflüsse infolge der ausgeprägten Risikoaversion im März deutlich bis in den April hinein fortgesetzt. Nachdem iFlow signalisiert hatte, dass die Zuflüsse nach Südkorea während der Rally zunehmend nicht abgesichert waren, könnten erneute Abflüsse nun eine gegenteilige Reaktion beim Won auslösen, obwohl die Bewertungen angesichts robuster Exportüberschüsse weiterhin attraktiv bleiben.“
„Darüber hinaus dürften die kurzfristigen Inflationserwartungen hoch bleiben und damit die Renditen sowie stark positionierte Aktienmärkte belasten. Gleichzeitig werden höhere Inputkosten für Japan, Südkorea, Taiwan und die meisten Nettoenergieimporteure mittelfristig zusätzlichen Druck erzeugen. Eine Normalisierung dürfte Zeit benötigen und traditionelle Leistungsbilanzüberschüsse belasten. Die daraus resultierende Schwäche der Währungen infolge geringerer Nettokäufe stellt eine Form der geldpolitischen Straffung im Inland dar, die Zinserhöhungen erforderlich machen könnte.“
„Vorbeugende Maßnahmen haben wir bereits am Mittwoch in Indonesien sowie Anfang dieses Monats auf den Philippinen gesehen. Das derzeit günstigste Szenario wäre ein Ende der Verschärfung der Finanzierungsbedingungen durch politische Maßnahmen gegen Angebotsrisiken und Inflation – doch selbst dann dürfte eine deutliche Anpassung der Positionierungen an den stark besetzten Schwellenmärkten im asiatisch-pazifischen Raum notwendig werden.“