Ethereum (ETH) hat sich am Donnerstag weiter über der Marke von 2.100 US-Dollar gehalten. Hintergrund sind Berichte, wonach sich die USA und der Iran unter Vermittlung Pakistans einer Einigung nähern. Die Vereinbarung soll demnach eine Waffenruhe an allen Fronten sowie einen gemeinsamen Überwachungsmechanismus in der Straße von Hormus umfassen. Nach den Berichten fielen die US-Ölpreise von unter 100 Dollar in Richtung 96 Dollar, während der S&P-500-Index ins Plus drehte.
Eine Beilegung des Kriegs könnte die Ölpreise „entscheidend“ beeinflussen und damit auch die Entwicklung von Ethereum in den kommenden Wochen bestimmen, erklärte der Vorsitzende von BitMine Immersion, Thomas Lee, am Donnerstag auf der Plattform X. Lee verwies darauf, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) im Protokoll seiner jüngsten Sitzung die Notwendigkeit weiterer geldpolitischer Straffungen hervorgehoben habe, falls die Inflation über der Marke von zwei Prozent bleibe.
„Höhere Ölpreise treiben die Inflation nach oben. Damit gilt: Höheres Öl bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen der Fed“, schrieb Lee. „Und die Kurse von ETH und anderen Kryptowährungen hängen von der Liquidität der Geldpolitik ab. Deshalb werden Kryptowährungen sich entgegengesetzt zum Ölpreis entwickeln.“

Öl: Höherer Ölpreis = Höhere Wahrscheinlichkeit von Fed-Zinserhöhungen
Bereits in einem separaten Beitrag auf X am Montag hatte Lee argumentiert, steigende Ölpreise seien derzeit der größte Belastungsfaktor für Ethereum, da die Korrelation der führenden Altcoin mit dem Rohstoff so hoch sei wie selten zuvor. „Während der Ölpreis in den vergangenen sechs Wochen gestiegen ist, sind die ETH-Kurse gefallen“, schrieb Lee.
Gleichzeitig betonte er, die derzeitige inverse Beziehung zum Ölpreis sei lediglich ein vorübergehendes taktisches Signalrauschen. Ethereum dürfte sich im weiteren Jahresverlauf dank stärkerer „struktureller Treiber“ wie Tokenisierung und agentenbasierter KI besser entwickeln.
Marktteilnehmer verwiesen allerdings darauf, dass Lee seine Einschätzung zuletzt geändert habe. Zuvor hatte er Ethereum seit Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran noch als die Anlage mit der stärksten Kursentwicklung bezeichnet.
BitMine von Thomas Lee verfügt derzeit über die größte Ethereum-Reserve eines Unternehmens und hält nach weiteren Zukäufen in der vergangenen Woche rund 5,278 Millionen ETH.
Laut Daten von Coinglass wurden bei Ethereum in den vergangenen 24 Stunden Positionen im Volumen von 47,9 Millionen Dollar liquidiert. Davon entfielen 24,2 Millionen Dollar auf Long-Positionen.
Im Tageschart verteidigten die Käufer zuletzt die Unterstützung bei 2.108 Dollar. Gleichzeitig bleibt das kurzfristige Bild jedoch negativ, da sich der Kurs weiter unter den exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20, 50 und 100 Tage bewegt. Diese liegen gebündelt im Bereich zwischen rund 2.225 und 2.326 Dollar.
Die übereinanderliegenden gleitenden Durchschnitte deuten darauf hin, dass Kursanstiege derzeit eher technische Gegenbewegungen innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends bleiben. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bei rund 38 sowie ein gedämpfter Stochastik-Wert um 21 signalisieren weiterhin schwaches, aber nicht extremes Abwärtsmomentum.
Auf der Oberseite gilt der Bereich um 2.211 Dollar als erste Hürde. Darüber folgen Widerstände am 20-Tage-Durchschnitt bei etwa 2.225 Dollar sowie am 50-Tage-Durchschnitt nahe 2.244 Dollar. Eine stärkere Barriere verläuft am 100-Tage-Durchschnitt bei rund 2.326 Dollar, bevor bei 2.388 Dollar der nächste größere Widerstand wartet.

ETH/USDT-Tageschart
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung weiter bei 2.108 Dollar. Weitere Auffangzonen befinden sich bei 1.909 und 1.741 Dollar. Sollte sich die Schwäche ausweiten, könnten anschließend die Bereiche um 1.524 sowie 1.405 Dollar in den Fokus rücken.