Der Goldpreis (XAU/USD) notiert am frühen Freitag im asiatischen Handel unverändert bei rund 4.545 USD. Das Edelmetall stabilisiert sich, während Händler auf den Fortschritt der US-iranischen Waffenstillstandsgespräche warten. US-Präsident Donald Trump wird Kevin Warsh, seine persönlich ausgewählte Führungskraft für die US-Notenbank (Fed), am Freitag im Rahmen einer Zeremonie vereidigen.
Iranische Beamte erklärten, dass der jüngste Vorschlag der USA die Kluft zwischen den Kriegsparteien teilweise überbrückt habe, doch Äußerungen des Obersten Führers der Islamischen Republik über die Beibehaltung des Uranvorrats Teherans sowie ein Streit über Mautgebühren in der Straße von Hormus trübten die Aussichten auf einen Durchbruch. Trump warnte am Mittwoch, dass er die Angriffe bald wieder aufnehmen könnte, falls Iran seinen Bedingungen nicht zustimmt.
„Als zinslose Anlage performt Gold am besten, wenn die Realrenditen sinken und der US-Dollar abwertet“, sagte Kiran Kowshik, Global FX Strategist bei Lombard Odier. „Ein Energieschock kann jedoch den gegenteiligen Effekt haben, indem er zu höheren Zinserwartungen der Zentralbanken, steigenden Renditen und einem festeren US-Dollar führt. Es ist daher nicht überraschend, dass Gold eine starke negative Korrelation zu steigenden Energiepreisen zeigt“, fügte Kowshik hinzu.
Der neue Fed-Vorsitzende wird Jerome Powell nachfolgen, dessen Amtszeit am Freitag endete, der aber weiterhin provisorisch im Amt bleibt, bis Warsh offiziell übernimmt. Warsh wird seine erste Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) bei der Juni-Sitzung leiten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.