Asiatische Aktienmärkte stürzen ab angesichts steigender US-Anleiherenditen und erneuter Unsicherheit zwischen den USA und dem Iran

Quelle Fxstreet
  • Die asiatischen Aktienmärkte stehen aufgrund stark steigender kurzfristiger und langfristiger US-Anleiherenditen unter erheblichem Druck.
  • US-Präsident Trump droht mit militärischen Angriffen auf den Iran, falls dieser keinem Deal zustimmt.
  • Investoren warten später am Tag auf das Protokoll der FOMC-Sitzung und die Q1-Ergebnisse von Nvidia.

Die Aktienmärkte in der asiatischen Region setzen am Mittwoch ihre Underperformance fort und stehen aufgrund stark steigender Renditen von US-Staatsanleihen unter erheblichem Druck, da die Erwartungen wachsen, dass die Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr mindestens eine Zinserhöhung vornehmen wird.

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung fällt der Nikkei 225 um über 1,7 % auf nahe 59.550, der Shanghai Composite sinkt um 0,3 % auf nahe 4.155, der Hang Seng fällt um 0,8 % unter 25.600 und der Nifty 50 gibt um 0,3 % auf nahe 23.550 nach.

Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen erreichten im Tagesverlauf ein neues Hoch von über einem Jahr bei 4,69 %, während die Renditen der 30-jährigen US-Staatsanleihen auf 5,2 % stiegen, dem höchsten Stand seit der Subprime-Krise.

Die US-Anleiherenditen sind aufgrund wachsender Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr eine Zinserhöhung vornehmen könnte, deutlich gestiegen. Laut dem CME FedWatch Tool liegen die Chancen für mindestens eine Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr bei 56,3 %, eine deutliche Kehrtwende gegenüber den zuvor erwarteten zwei Zinssenkungen vor Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten.

Unterdessen haben eskalierende Befürchtungen einer Wiederaufnahme des Kriegs zwischen den USA und dem Iran die Marktstimmung ebenfalls belastet. Am Dienstag erklärte US-Präsident Donald Trump, Washington müsse dem Iran möglicherweise einen weiteren schweren Schlag versetzen, falls dieser keinem Deal zustimme.

In China hat die People's Bank of China (PBoC) im Mai zum zwölften Mal in Folge die Loan Prime Rates (LPR) unverändert belassen.

Später am Tag werden sich die Investoren auf das Protokoll der April-Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) und die Q1-Ergebnisse des Chipherstellers Nvidia konzentrieren. Die Anleger werden besonders auf die Kommentare des Nvidia-Vorstands achten, um neue Hinweise auf die Wachstumsaussichten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zu erhalten.

Asiatische Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.

Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.

Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.

Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.

 

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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