Das Energieteam von Rabobank sieht im Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC einen möglichen Auslöser für eine weitere Erosion des Kartells und strukturell niedrigere Ölpreise. Dank freier Kapazitäten sowie neuer Swaplinien mit den USA und engerer Verteidigungskooperation könnten die Emirate ihre Produktion ausweiten und dabei möglicherweise bevorzugt Partner beliefern. Die Analysten warnen, dass diese Entwicklung die geopolitische Fragmentierung zwischen OPEC, sogenannten NOPEC-Produzenten und entstehenden Energieblöcken weiter vertiefen könnte.
„Der Austritt der VAE aus OPEC/+ nach sechs Jahrzehnten Mitgliedschaft ermöglicht es dem Land, seine Ölproduktion uneingeschränkt zu steuern und seine beträchtlichen freien Kapazitäten zu nutzen.“
„Mit dem Austritt aus der OPEC erhalten die VAE vollständige Souveränität, ihre Förderung auszuweiten, und können nun auf maximale wirtschaftliche Erträge setzen – vorausgesetzt, das Kartell zerfällt nicht weiter –, zugleich die Finanzierung für nicht-ölbezogene Projekte diversifizieren und sich als Anbieter mit hohen Fördermengen positionieren.“
„Der OPEC-Austritt der VAE ist ein geostrategischer Gewinn für die USA, da er einen weiteren Zerfall des Kartells begünstigen, die Ölproduktion erhöhen und dazu beitragen könnte, die Energiepreise nach dem Iran-Krieg zu senken.“
„Allerdings könnte eine größere Verschiebung im Gange sein, die sich in der Frage bündelt: Wem werden die VAE ihre zusätzlichen Öllieferungen vorrangig anbieten – allen Abnehmern oder gezielt ihren geopolitischen Verbündeten und deren Partnern?“
„Zudem gibt es die OPEC, in der ein Großteil der weltweiten Energieproduktion gebündelt ist. Dort könnte – wie die VAE andeuten – eine Entwicklung hin zu neuen Energieblöcken einsetzen.“