EUR/CAD setzt seine Verluste am dritten Tag in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag bei rund 1,5920. Das Währungspaar verliert an Boden, da der Euro (EUR) angesichts erhöhter Risikoaversion, die auf die geopolitischen Sorgen im Nahen Osten zurückzuführen sein könnte, unter Druck gerät.
Am Donnerstag erklärte US-Präsident Donald Trump, er werde die maritime Blockade iranischer Häfen fortsetzen, angesichts der Befürchtungen, dass die strategisch wichtige Straße von Hormus in naher Zukunft nicht wieder geöffnet wird. Trump kritisierte zudem die Bemühungen des Kongresses, seine Kriegsvollmachten einzuschränken, darunter einen kürzlich vom Senat abgelehnten Vorschlag, so Bloomberg.
Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei trübte die Aussichten auf eine Einigung weiter ein, indem er versprach, die nuklearen und raketentechnischen Fähigkeiten der Islamischen Republik nicht aufzugeben, und signalisierte, dass Teheran die Kontrolle über die Straße behalten werde.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ die Zinssätze auf ihrer Sitzung im April am Donnerstag unverändert. Der EZB-Rat hielt den Einlagenzins trotz steigender Inflation in der Eurozone im Zuge des Iran-Konflikts bei 2 % und erklärte, dass sich der Ausblick zwar insgesamt kaum verändert habe, die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das Wachstum jedoch zugenommen hätten.
Das Währungspaar EUR/CAD bleibt gedämpft, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch höhere Ölpreise erhält. Der West Texas Intermediate (WTI)-Ölpreis eröffnete mit einer bärischen Kurslücke, konnte Boden gutmachen, bleibt jedoch im negativen Bereich und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 102,40 US-Dollar pro Barrel. Die Rohölpreise steuern auf den zweiten Wochengewinn zu, angesichts der schwindenden Aussichten auf ein US-iranisches Friedensabkommen und der Erwartung, dass die Straße von Hormus nicht bald wieder geöffnet wird.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.