Das Paar NZD/USD verliert im frühen europäischen Handel am Donnerstag an Fahrt und notiert bei rund 0,5890. Der US-Dollar (USD) gewinnt gegenüber dem Neuseeland-Dollar (NZD) an Stärke, da eskalierende Spannungen im Nahen Osten und eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus einen sicheren Hafen begünstigen.
Reuters berichtete am Mittwoch, dass US-Präsident Donald Trump am Donnerstag eine Unterrichtung zu Plänen für eine Reihe von Militärschlägen gegen den Iran erhalten soll, in der Hoffnung, dass dieser zu Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückkehrt.
Ein iranischer Beamter erklärte am Donnerstag, dass man mit „langen und schmerzhaften Schlägen“ auf US-Stellungen reagieren werde, falls Washington Angriffe erneuert. Oberster Führer Mojtaba Khamenei erklärte, dass Teheran „den Missbrauch der Wasserstraße durch die Feinde“ unter der neuen Verwaltung der Straße beseitigen werde. Anzeichen steigender Spannungen im Nahen Osten könnten risikoreichere Anlagen wie den Kiwi belasten.
Die US-Notenbank (Fed) beließ am Mittwoch die Zinssätze auf ihrer April-Sitzung in einer Spanne von 3,5 % bis 3,75 %. Dies war das erste Mal seit Oktober 1992, dass vier FOMC-Mitglieder dagegen stimmten. Das Komitee stellte fest, dass „die Inflation erhöht ist, was teilweise die jüngste Steigerung der globalen Energiepreise widerspiegelt.“ Hawkische Äußerungen von Fed-Vertretern könnten den Greenback stützen.
Andererseits könnten schwächer als erwartete US-Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) den USD nach unten ziehen und dem Paar Rückenwind verleihen. Die US-Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 (Q1) annualisiert um 2,0 %, wie das Bureau of Economic Analysis (BEA) am Donnerstag mitteilte. Dieser Wert folgte auf ein Wachstum von 0,5 % im vorherigen Bericht, lag jedoch unter der erwarteten Wachstumsrate von 2,3 %.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.