Die Strategen Oscar Munoz und Eli Nir vom Analysehaus TD Securities rechnen damit, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bei der Sitzung des Offenmarktausschusses im April in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belässt. Fed-Chef Jerome Powell dürfte dabei eine neutrale Haltung zum weiteren geldpolitischen Kurs einnehmen. Nach Einschätzung der Experten könnte die Notenbank bis September 2026 abwarten, um Risiken im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt zu bewerten, bevor sie bis März 2027 schrittweise Zinssenkungen im Umfang von insgesamt 75 Basispunkten vornimmt.
"Der Leitzins wird bei der April-Sitzung des Offenmarktausschusses bei 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin im Gleichgewicht, während die Gesamtinflation infolge des Ölpreisschocks angezogen hat. Angesichts der weiterhin erhöhten Unsicherheit erwarten wir, dass der Ausschuss seine Botschaft der Geduld bekräftigen wird."
"Da das US-Justizministerium seine Ermittlungen gegen Powell eingestellt hat, könnte diese Woche Powells letzte Sitzung als Vorsitzender des Offenmarktausschusses sein. Wie wir bereits in unserer Analyse in der vergangenen Woche erörtert haben, liegt es an Powell selbst, ob er nach einer Bestätigung von Warsh im Amt des Notenbankgouverneurs bleibt. Powell könnte hierzu auf seiner Pressekonferenz Hinweise geben, er könnte sich aber auch zu einem späteren Zeitpunkt äußern."
"Die Anhörung von Warsh im Senat brachte nur wenig Klarheit über die kurzfristige Geldpolitik. Wir gehen davon aus, dass es für ihn schwierig sein wird, angesichts der erhöhten Unsicherheit durch den Iran-Konflikt unmittelbar Zinssenkungen durchzusetzen. Er bekräftigte seine Kritik an der Inflationsentwicklung der Fed, der Größe ihrer Bilanz sowie an ihrer Kommunikationsstrategie."
"Wir erwarten, dass die Fed bis September abwartet, um die Entwicklungen im Iran und deren wirtschaftliche Auswirkungen zu bewerten. Bis dahin dürfte sich der Inflationsdruck wieder abschwächen, sodass die Notenbank ihren schrittweisen Kurs in Richtung eines neutralen Zinsniveaus fortsetzen kann. Wir rechnen in diesem Jahr mit Zinssenkungen um insgesamt 50 Basispunkte im September und Dezember sowie mit einer weiteren Senkung um 25 Basispunkte im März 2027, was zu einem Leitzins von 3,00 Prozent führen würde."
"Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Fed ihre Zinssenkungen im September wieder aufnehmen kann, sofern sich die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts abschwächen. Die zugrunde liegende Inflation dürfte sich verbessern, sobald die Effekte von Zöllen und Ölpreisen nachlassen. Vom Arbeitsmarkt erwarten wir nur geringe Inflationsrisiken, was sich auch im Beschäftigungskostenindex für das erste Quartal in dieser Woche zeigen dürfte."