Die Devisenexperten der Commerzbank verweisen darauf, dass der Yuan die einzige asiatische Währung ist, die seit Ende Februar gegenüber dem US-Dollar zugelegt hat. Gestützt wurde die Entwicklung durch robuste Exporte und politische Unterstützung. China nehme einen stärkeren Yuan vor dem Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping bewusst in Kauf und nutze dies, um sich als stabilisierende Kraft zu präsentieren und zugleich die Rolle der Währung im globalen Handel auszubauen.
"Alle asiatischen Währungen haben seit Ende Februar gegenüber dem US-Dollar abgewertet – mit Ausnahme des Yuan. Im Durchschnitt liegen sie rund 2,2 % im Minus gegenüber dem Dollar, während der Yuan um 0,5 % zugelegt hat. Seit Jahresbeginn (YTD) haben asiatische Währungen etwa 1,1 % verloren, wobei der malaysische Ringgit (+2,6 %), der Yuan (+2,3 %) und der Singapur-Dollar (+0,8 %) die stärksten Performer sind."
"Der Yuan liegt seit Jahresbeginn 2,3 % im Plus. Strukturelle Belastungen wie Überkapazitäten, die anhaltende Schwäche im Immobiliensektor und eine fragile Binnenstimmung bestehen weiterhin. Dennoch hat die überraschend robuste Exportentwicklung dem Yuan eine fundamentale Stütze verliehen. Darüber hinaus tragen weitere Faktoren zur Stabilisierung der Währung bei, darunter:"
"Geopolitische Signalwirkung: Die Stärke könnte ein taktisches Manöver im Vorfeld des für den 14. bis 15. Mai neu angesetzten Treffens zwischen Trump und Xi sein. China scheint einen stärkeren Yuan zu tolerieren, um von dem hohen Leistungsbilanzüberschuss abzulenken. Darauf deutet auch die durchgehend festere Festlegung des Referenzkurses durch die chinesische Notenbank in den ersten elf Wochen dieses Jahres hin. Zudem versucht sich China vor dem Hintergrund des anhaltenden Nahostkonflikts als stabiler Akteur zu positionieren."
"Steigender Anteil im Zahlungsverkehr: Das Vertrauen wächst, da ein größerer Teil des Handels in Yuan abgewickelt wird. Jüngste globale Zahlungsdaten von SWIFT zeigen, dass der Anteil des Yuan an den weltweiten Zahlungen im März 2026 auf 3,1 % gestiegen ist, nach 2,7 % Ende 2025. Damit liegt die Währung zwar weiterhin hinter dem US-Dollar (51,1 %) und dem Euro (21,3 %), allerdings bildet SWIFT nur einen Teil des Gesamtbildes ab."
"Nach Angaben der chinesischen Notenbank wurde im Jahr 2025 etwa ein Drittel des chinesischen Warenhandels in Yuan abgewickelt, nach 20 % im Jahr 2022. Bemerkenswert ist, dass nahezu der gesamte Handel zwischen China und Russland in Yuan abgewickelt wird und damit rund drei bis fünf Prozentpunkte zum Anteil beiträgt. Der Anteil des Yuan an Chinas gesamten grenzüberschreitenden Transaktionen – einschließlich Handel, Dienstleistungen und Finanzgeschäften – lag im März 2026 bei rund 53 %."