Gold (XAU/USD) fällt auf ein fast einmonatiges Tief, belastet durch einen stärkeren US-Dollar (USD) und zunehmende inflationsbedingte Sorgen aufgrund steigender Ölpreise, während Investoren auf klarere Signale zu den festgefahrenen diplomatischen Bemühungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran zur Beendigung des Krieges warten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.571 USD und liegt damit etwa 2,37 % im Minus am Tag.
Diesen Dienstag jährt sich der Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran zum zweiten Mal. Während ein Waffenstillstand offenbar hält, gibt es keine nennenswerten Fortschritte in Richtung einer zweiten Runde von Friedensgesprächen. Die Vereinigten Staaten prüfen den jüngsten Vorschlag Irans. Erste Signale deuten jedoch darauf hin, dass US-Präsident Donald Trump und sein National Security Team dem Angebot Teherans skeptisch gegenüberstehen, da die Nuklearverhandlungen auf eine spätere Phase verschoben werden.
Da kurzfristig keine Lösung in Sicht ist, bleibt die Risikostimmung fragil, was den US-Dollar stützt. Ein stärkerer Greenback verringert die Nachfrage nach Goldbarren, da diese in anderen Währungen teurer werden. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 98,74, gleicht die Verluste des Vortages aus und liegt am Tag um 0,25 % im Plus.
Gleichzeitig steigen die Ölpreise weiter, da die Versorgung durch die Straße von Hormuz aufgrund einer doppelten Blockade weitgehend gestört bleibt, was Inflationsrisiken befeuert. Dies erhöht den Druck auf das renditeschwache Metall, da die Märkte erwarten, dass die Zentralbanken, insbesondere die Federal Reserve (Fed), die Kreditkosten länger hoch halten und bei anhaltendem Inflationsdruck sogar Zinserhöhungen in Betracht ziehen könnten.
Höhere Zinssätze erhöhen die Opportunitätskosten für den Besitz von Gold, da das Metall keine Rendite abwirft. Händler blicken nun auf die bevorstehende geldpolitische Entscheidung der Fed am Mittwoch, bei der eine Zinspause laut CME FedWatch Tool vollständig eingepreist ist. Der Fokus wird auf der Forward Guidance liegen, die voraussichtlich die nächste Richtungsbewegung bei Gold bestimmen wird, da eine restriktive Haltung die Preise unter Druck halten dürfte.
Mit Blick nach vorn werden Investoren die Entwicklungen zwischen den USA und Iran weiterhin beobachten und zugleich US-Wirtschaftsdaten im Auge behalten, darunter den 4-Wochen-Durchschnitt der ADP-Beschäftigungsveränderung und den Verbrauchervertrauensindex des Conference Board für April.

Auf dem Tages-Chart bleibt XAU/USD unter dem 100-Tage Simple Moving Average (SMA) und dem 50-Tage SMA gedeckelt, was die kurzfristige bärische Tendenz bestätigt. Der Relative Strength Index (RSI) bei rund 39 liegt unterhalb der Mittellinie, während ein negativer Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Wert auf ein zunehmendes Abwärtsmomentum hinweist, was darauf schließen lässt, dass die Verkäufer die Kontrolle behalten.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 100-Tage SMA bei etwa 4.749 USD, gefolgt von einer weiteren Barriere am 50-Tage SMA nahe 4.854 USD. Die Bullen müssten einen Tagesschluss über diesem Cluster erzielen, um einen stärkeren Aufwärtstrend zu bestätigen. Auf der Unterseite bietet die nahe horizontale Unterstützung bei 4.550 USD erste Haltelinien, während ein tieferer Rückgang den 200-Tage SMA bei rund 4.263 USD freilegen würde, wo längerfristige Käufer versuchen könnten, die breitere bullische Struktur zu verteidigen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Inflation misst die Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen. Der Anstieg wird in der Regel als prozentuale Veränderung zum Vorjahresmonat oder Vorquartal ausgewiesen. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Lebensmittel und Energie ausschließt, ist der Maßstab, an dem sich Zentralbanken orientieren, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst die Preisentwicklung eines Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum. Er wird in der Regel als prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat (MoM) und zum Vorjahresmonat (YoY) ausgedrückt. Der Kern-CPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, steht im Fokus der Zentralbanken. Wenn der Kern-CPI über 2 % steigt, führt dies in der Regel zu Zinserhöhungen, und umgekehrt, wenn er unter 2 % fällt. Höhere Zinssätze sind in der Regel positiv für eine Währung, da sie zu Kapitalzuflüssen führen.
Entgegen der Intuition kann hohe Inflation den Wert einer Währung steigern, da Zentralbanken in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Dies lockt internationale Investoren an, die von höheren Renditen profitieren möchten.
Gold galt lange als sicherer Hafen in Zeiten hoher Inflation, da es seinen Wert behielt. In jüngerer Zeit hat sich dies jedoch verändert. Zwar wird Gold in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen genutzt, doch hohe Inflation führt oft dazu, dass Zentralbanken die Zinssätze anheben. Dies belastet Gold, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen erhöhen. Niedrigere Zinsen hingegen machen Gold wieder attraktiver.