Der Silberpreis (XAG/USD) fällt während der europäischen Handelssitzung am Dienstag um fast 3 % auf unter 73,00 US-Dollar. Das weiße Metall steht unter starkem Verkaufsdruck, da die Anleger vor der geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch vorsichtiger werden.
Marktteilnehmer erwarten, dass die Fed die Zinssätze im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % zum dritten Mal in Folge unverändert lässt, da die Inflationserwartungen der Verbraucher nach wie vor entankert sind, bedingt durch höhere Energiepreise.
Da allgemein erwartet wird, dass die Fed den Status quo beibehält, werden die Anleger der geldpolitischen Erklärung und der Pressekonferenz von Vorsitzendem Jerome Powell besondere Aufmerksamkeit schenken, um neue Hinweise auf den Zinsausblick zu erhalten.
Das CME FedWatch-Tool zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau belässt, bei 76,7 % liegt, während der Rest auf eine Zinssenkung setzt.
Unterdessen wirkt sich eine leichte Erholung des US-Dollars (USD) nach einem starken Rückgang am Montag ebenfalls als wesentlicher Belastungsfaktor auf den Silberpreis aus. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, 0,25 % höher bei rund 98,75.
Technisch gesehen macht ein stärkerer US-Dollar den Silberpreis für Anleger zu einem ungünstigen Risiko-Rendite-Verhältnis.

XAG/USD handelt deutlich niedriger bei etwa 72,90 US-Dollar und behält eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da der Preis unter dem 20-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei rund 76,22 US-Dollar liegt. Die Position unter diesem kurzfristigen EMA deutet darauf hin, dass Aufwärtsbewegungen vorerst begrenzt bleiben, während der Relative-Stärke-Index (RSI) bei etwa 42 nach unten tendiert, ohne jedoch überverkaufte Bedingungen anzuzeigen, was darauf hindeutet, dass Verkäufer noch Spielraum haben, die Bewegung fortzusetzen.
Auf der Oberseite ist der erste Widerstand durch den 20-Tage-EMA bei etwa 76,22 US-Dollar definiert, und ein Tagesschlusskurs über dieser Marke wäre erforderlich, um den unmittelbaren Abwärtsdruck zu verringern und den Weg für eine tiefere Erholung in Richtung des Hochs vom 17. April bei 83,06 US-Dollar zu öffnen. Auf der Unterseite sind das Tief vom 7. April bei 68,28 US-Dollar und das Viermonats-Tief nahe 61 US-Dollar wichtige Unterstützungsbereiche.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.