Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, betonte in seiner Pressekonferenz nach der geldpolitischen Entscheidung, bei der die Zentralbank die Zinssätze wie erwartet unverändert bei 0 % beließ, die Bereitschaft der Zentralbank, gegen eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Franken (CHF) zu intervenieren.
Inflationsdruck mittelfristig unverändert.
Wir haben unsere Bereitschaft erhöht, auf den Devisenmärkten zu intervenieren, um eine schnelle Aufwertung des Schweizer Franken abzuschwächen.
Der Schweizer Franken ist stark nachgefragt, daher erhöhte Wachsamkeit.
Unser Mandat ist klar, es ist die Preisstabilität – um dies zu erreichen, haben wir Deviseninterventionen und Zinssätze und sind bereit, beide Instrumente einzusetzen.
Der Schweizer Franken hat seit langem einen Status als sicherer Hafen; wann immer es Unsicherheit in der Welt gibt, besteht Nachfrage nach dem Franken.
Die Wahrscheinlichkeit negativer Zinsen ist gestiegen.
Die Unsicherheit bezüglich des Basisszenarios der Inflation hat zugenommen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert die Geldpolitik des Landes und strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt die Zinssätze fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Wenn die Inflation über das Ziel hinausgeht, erhöht die SNB die Zinsen, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinsen stärken den Schweizer Franken (CHF), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.
Die SNB greift zudem regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, da ein starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft belastet. Zwischen 2011 und 2015 führte die SNB sogar eine feste Bindung des Frankens an den Euro ein, um dessen Aufwertung zu stoppen. Heute interveniert die Bank, indem sie ihre umfangreichen Devisenreserven nutzt, um Fremdwährungen wie den US-Dollar oder den Euro zu kaufen. In Zeiten hoher Inflation, insbesondere getrieben durch steigende Energiepreise, verzichtet die SNB jedoch auf Eingriffe, da ein starker Franken die Energieimporte verbilligt und so den Inflationsdruck auf Schweizer Haushalte und Unternehmen mildert.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember, ihre geldpolitische Ausrichtung. Dabei veröffentlicht sie auch eine mittelfristige Inflationsprognose, die in den darauffolgenden Monaten das geldpolitische Umfeld maßgeblich prägen kann.