Das Paar EUR/USD hält sich während der frühen asiatischen Handelsstunden am Freitag positiv in der Nähe von 1,1520. Allerdings könnte das potenzielle Aufwärtspotenzial angesichts der eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten begrenzt sein. Der Bericht zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den USA für Januar wird später am Freitag im Rampenlicht stehen.
Steigende Ölpreise könnten Druck auf die gemeinsame Währung ausüben, da die Eurozone ein großer Nettoimporteur von Energie ist, was ihre Wirtschaft sehr anfällig für "stagflationäre" Schocks macht. Irans neuer oberster Führer, Mojtaba Khamenei, erklärte, dass die entscheidende Straße von Hormuz geschlossen bleiben sollte und dass Iran weiterhin Angriffe auf seine Nachbarn im Persischen Golf durchführen wird.
Zu Beginn dieser Woche erklärte Israel, dass es eine neue Welle von Angriffen auf die iranische Hauptstadt Teheran gestartet habe und auch die Hisbollah im Libanon ins Visier genommen habe. Die steigenden Spannungen im Nahen Osten könnten einen "Ansturm auf sichere Häfen" auslösen, was den US-Dollar (USD stärken und dem Hauptpaar Gegenwind geben könnte.
Die Futures-Märkte und Ökonomen erwarteten, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinssätze bei ihrer bevorstehenden Sitzung nächste Woche stabil hält. Der Referenzzinssatz für die Federal Funds liegt derzeit bei 3,50% – 3,75%. Die US-PCE-Inflationsdaten für Januar, die am Freitag veröffentlicht werden, könnten einige Hinweise auf den Zinspfad der USA geben. Sollte der Bericht ein schwächer als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies den Greenback gegenüber dem Euro nach unten ziehen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.