West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Freitag während der frühen asiatischen Handelsstunden um die 95,75 USD gehandelt. Der WTI-Preis steigt aufgrund der effektiven Schließung der Straße von Hormuz im Zuge des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten (US), Israel und dem Iran.
Die US-Rohölpreise sind seit Beginn des Krieges um mehr als 40% gestiegen. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte, dass der US-israelische Krieg gegen den Iran "die größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes" verursache.
Irans neuer oberster Führer, Mojtaba Khamenei, erklärte in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme seit seiner Ernennung, dass die Schließung der maritimen Passage der Straße von Hormuz als "Werkzeug zur Druckausübung auf den Feind" fortgesetzt werden sollte. Khamenei fügte hinzu, dass alle US-Militärbasen in der Region sofort geschlossen werden sollten oder angegriffen werden.
Andererseits könnte ein Deal zur Freigabe einer Rekordmenge an Reserven den Aufwärtstrend des schwarzen Goldes begrenzen. Die IEA gab am Mittwoch bekannt, dass sie eine Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Öl freigeben wird, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des US-israelischen Krieges mit dem Iran zu dämpfen. Die Freigabe von Notfallölreserven durch Länder, die über die IEA koordiniert werden, kann vorübergehend das Angebot auf dem Markt erhöhen und einen starken Anstieg der Ölpreise verhindern.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.