AUD/USD gewinnt an Boden, nachdem es im vorherigen Handel über 1% verloren hat, und notiert am Freitag während der asiatischen Handelsstunden bei etwa 0,7090. Der Australische Dollar (AUD) findet Unterstützung gegenüber dem US-Dollar (USD) angesichts der hawkischen Erwartungen bezüglich der geldpolitischen Aussichten der Reserve Bank of Australia (RBA).
Eine am Freitag veröffentlichte Umfrage von Reuters zeigte, dass 23 von 30 Ökonomen erwarten, dass die RBA den offiziellen Leitzins (OCR) am 17. März auf 4,10% anhebt, während sieben keine Änderung erwarten. Die neueste Umfrage stellt eine Abweichung von der Umfrage im Februar dar, die prognostizierte, dass der Zinssatz bei 3,85% bleiben würde. Die mediane Prognose sieht nun vor, dass der Leitzins bis Ende 2026 auf 4,35% steigen wird.
Francesco Pesole von ING identifiziert den Australischen Dollar als eine der am besten abschneidenden G10-Währungen, unterstützt durch feste Erwartungen an eine weitere Straffung der RBA und hohe Ölpreise. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 70% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte in der nächsten Woche ein, wobei AUD/USD möglicherweise 0,7200 anvisiert, wenn die Aktienmärkte stabil bleiben. Allerdings erhöht eine angespannte Positionierung das Risiko einer Korrektur nach der geldpolitischen Entscheidung.
Pesole von ING merkte an, dass die Instabilität der Aktienmärkte ein wichtiges Abwärtsrisiko für den Australischen Dollar bleibt, während die Märkte zunehmend aggressiv eine weitere Zinserhöhung der RBA am 17. März einpreisen. Die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 25 Basispunkte ist im Markt für Cash Rate Futures auf 70% gestiegen, wobei auch der Konsens der Ökonomen sich in Richtung einer Straffungsmaßnahme verschiebt.
Unterdessen bereiten sich die Händler auf eine weitere wichtige US-Inflationsveröffentlichung vor. Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im Januar, der bevorzugte Inflationsindikator der Federal Reserve, wird später am Tag veröffentlicht, obwohl er nicht die Auswirkungen des Iran-Kriegs widerspiegeln wird. Weitere US-Daten, die zur Veröffentlichung anstehen, umfassen die erste Revision des BIP-Wachstums im vierten Quartal und das Verbrauchervertrauen im März.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.