Goldman Sachs sieht bei japanischen Halbleiter- und Elektronikwerten weiteres Kurspotenzial. Die Analysten der US-Investmentbank rechnen bei mehreren Unternehmen mit deutlichen Anhebungen der Gewinnprognosen.
Für alle acht beobachteten Aktien hält Goldman Sachs an seiner Kaufempfehlung fest. Ausschlaggebend sind die sich verbessernden Geschäftsaussichten, die vor allem auf eine höhere Auslastung der Produktionskapazitäten, einen günstigeren Produktmix und eine Stabilisierung der Preise zurückzuführen sind.
Die anstehenden Halbjahreszahlen dürften nach Einschätzung der Bank die solide Gewinnentwicklung bestätigen. Gleichzeitig erwarten die Analysten, dass die Unternehmen einen besseren Einblick in ihre Geschäftsaussichten für das Geschäftsjahr 2027 geben werden.
Bei Murata Manufacturing rechnet Goldman Sachs mit einer zweiten Anhebung der Jahresprognose im Zuge der Halbjahreszahlen. Zusätzliche Gewinnchancen sieht die Bank durch eine steigende Kapazitätsauslastung, einen verbesserten Produktmix und die Stabilisierung der Preise für mehrschichtige Keramikkondensatoren (MLCC).
Unternehmenspräsident Norio Nakajima hatte am 13. Oktober auf der Technologiemesse CEATEC erklärt, dass das Verhältnis von Auftragseingang zu Auslieferungen bei MLCCs zwischen Juli und September knapp unter 1,5 gelegen habe. Damit entsprach die Kennzahl in etwa dem Niveau des Vorquartals. Weitere Einzelheiten zu einem möglichen Ausbau der Produktionskapazitäten werden mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen erwartet.
Für TDK erwartet Goldman Sachs im Rahmen der Halbjahresberichterstattung eine deutliche Aufwärtskorrektur der Jahresprognose. Die Analysten gehen von einer weiterhin soliden Gewinnentwicklung aus, die unter anderem durch einen günstigeren Produktmix und einen höheren Anteil von Batteriepacks gestützt werden dürfte.
Zusätzliche Impulse könnten von Batterie-Backup-Einheiten (BBUs) ausgehen, die nach den Erwartungen der Bank ab der zweiten Jahreshälfte zum Umsatz beitragen sollen. Hinzu kommen die rasche Erholung der Gewinne im Geschäft mit Festplattenlaufwerken (HDD) sowie steigende Erträge bei passiven elektronischen Bauelementen. Im Mittelpunkt steht zudem der nächste mittelfristige Unternehmensplan, der mit dem Geschäftsjahr 2027 beginnen soll.
Bei Taiyo Yuden geht Goldman Sachs davon aus, dass die Jahresprognose im Zuge der Halbjahreszahlen weitgehend unverändert bleibt. Bereits nach dem ersten Quartal hatte das Unternehmen seine Erwartungen deutlich angehoben. Inzwischen steigt die Auslastung der Produktionsanlagen allerdings rasch, während sich die Preise für mehrschichtige Keramikkondensatoren stabilisieren.
Vor diesem Hintergrund erwartet die Investmentbank einen kräftigen Gewinnanstieg vom ersten zum zweiten Quartal. Sollte sich die deutliche Ergebnisverbesserung bestätigen, könnte dies nach Einschätzung der Analysten zu einer erheblichen Neubewertung der Aktie führen.
Für Renesas Electronics rechnet Goldman Sachs damit, dass die Ergebnisse des dritten Kalenderquartals über den unternehmenseigenen Prognosen liegen werden. Gleichzeitig dürfte der Umsatz auch im vierten Quartal gegenüber dem jeweiligen Vorquartal kontinuierlich zulegen.
Eine rasche Verbesserung der Aktienbewertung hält die Bank für möglich, wenn die Gewinne im dritten und vierten Quartal die Markterwartungen übertreffen. Zusätzlichen Rückenwind könnte eine beschleunigte Gewinndynamik in der ersten Jahreshälfte 2027 liefern.
Auch bei Rohm erwartet Goldman Sachs eine deutliche Anhebung der Jahresprognose im Rahmen der Halbjahreszahlen. Nach dem Ende der Lagerbestandsanpassungen verbessert sich das Geschäftsumfeld zunehmend. Steigende Umsätze und eine höhere Produktion könnten dabei zu einem stärkeren Gewinnanstieg führen als bislang erwartet.
Besonders hoch ist nach Angaben der Investmentbank die Nachfrage nach Silizium- (Si) und Siliziumkarbid-Lösungen (SiC) für Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz und in Rechenzentren.