Die S&P 500-Futures fallen während der asiatischen Handelszeiten um rund 0,6 % auf 6.370, ein Siebenmonatstief, vor der Eröffnung der regulären US-Handelssitzung am Montag. Die US-Aktien-Futures bleiben unter Druck, da die Risikoaversion zunimmt und die Unsicherheit über eine Lösung des Iran-Konflikts sich vertieft.
Nach Angaben von Reuters sagte US-Präsident Donald Trump der Financial Times, dass die USA „das Öl im Iran nehmen“ könnten, einschließlich der Beschlagnahme des Exportzentrums Kharg Island, das seiner Aussage nach unverteidigt sei. Trump fügte jedoch hinzu, dass die Gespräche mit Teheran „sehr gut laufen“, mit indirekten Verhandlungen über Emissäre, die voranschreiten, und ein Abkommen „ziemlich schnell“ erreichbar sein könnte.
Ein Bericht des Wall Street Journal (WSJ) letzte Woche deutete darauf hin, dass das US-Verteidigungsministerium erwägt, 10.000 zusätzliche Truppen in den Iran zu entsenden. Als Reaktion warnte Ebrahim Zolfaqari im iranischen Staatsfernsehen, dass „US-Truppen gute Nahrung für die Haie des Persischen Golfs sein werden.“
Die Händler richten ihren Fokus nun auf wichtige US-Wirtschaftsdaten in dieser Woche, darunter Arbeitsmarktindikatoren, insbesondere die Nonfarm Payrolls (NFP) und den ISM-Einkaufsmanagerindex (EMI), die voraussichtlich die Erwartungen an den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) prägen werden. Im Bereich der Unternehmensberichte sollen in der kommenden Woche Nike, McCormick & Company und Conagra Brands ihre Ergebnisse veröffentlichen.
Der S&P 500 ist ein bedeutender Aktienindex, der die Performance von 500 großen börsennotierten US-Unternehmen abbildet. Der Index gilt als Barometer für die US-Wirtschaft und hat seit seiner Gründung 1957 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 11,9 % erzielt.
Unternehmen im S&P 500 werden von einem Komitee ausgewählt, im Gegensatz zu einigen anderen Indizes, bei denen die Aufnahme nach festen Regeln erfolgt. Die wichtigsten Zulassungskriterien sind unter anderem die Marktkapitalisierung, die mindestens 12,7 Milliarden US-Dollar betragen muss. Weitere Kriterien sind Liquidität, Unternehmenssitz, Streubesitz, Sektor, finanzielle Stabilität, Börsennotierung und die Repräsentation der US-Wirtschaft. Die neun größten Unternehmen im Index machen 27,8 % der Marktkapitalisierung des Index aus.
Der S&P 500 kann auf verschiedene Arten gehandelt werden. Viele Broker bieten Contracts for Difference (CFDs) an, mit denen auf Kursbewegungen spekuliert werden kann. Für langfristige Investoren gibt es Exchange-Traded Funds (ETFs), wie den SPY der State Street Corporation, der den Index nachbildet. Optionen und Futures auf den Index bieten zusätzliche Möglichkeiten, auf den S&P 500 zu spekulieren.
Der S&P 500 wird von vielen Faktoren angetrieben, vor allem jedoch von den Unternehmensgewinnen der im Index enthaltenen Unternehmen, die in ihren Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und der Welt spielen eine Rolle, da sie die Anlegerstimmung beeinflussen. Eine positive Stimmung führt oft zu Kursgewinnen. Zudem beeinflusst der von der Federal Reserve festgelegte Zinssatz die Kosten für Kredite, von denen viele Unternehmen abhängig sind. Inflation und andere Faktoren, die die Entscheidungen der Fed beeinflussen, spielen daher eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Index.