Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollars (USD) gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, bewegt sich nach zwei Tagen mit Gewinnen und handelt während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag nahe 97,50.
Der Greenback erhielt Unterstützung, da die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe am Dienstag nahe 4,27% schwebte, nachdem sie in der vorherigen Sitzung um fast 1% gestiegen war, gestützt durch starke US-Wirtschaftsdaten und sich ändernde Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) in Richtung einer hawkischen Haltung.
Die Daten vom Montag zeigten eine unerwartete Erholung der US-Fabrikaktivität, was die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit unterstreicht, da der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Institute for Supply Management (ISM) für das verarbeitende Gewerbe von 47,9 im Dezember auf 52,6 gestiegen ist und damit die Markterwartungen von 48,5 übertroffen hat.
In der vergangenen Woche nominierte US-Präsident Donald Trump Kevin Warsh als nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed). Die Märkte interpretierten Warschs Ernennung als Signal für einen disziplinierteren und vorsichtigeren Ansatz zur geldpolitischen Lockerung.
Der US-Dollar gewann an Fahrt, als sich die Risikostimmung verbesserte, nachdem der US-Senat eine Einigung zur Förderung eines Regierungshaushaltspakets erzielt hatte, wodurch eine Schließung abgewendet wurde. Trump kündigte auch ein Handelsabkommen mit Indien an, das die Zölle auf beiden Seiten senkt, im Gegenzug für die Einstellung der Käufe von russischem Öl durch Neu-Delhi.
Der Präsident der St. Louis Fed, Alberto Musalem, sagte, dass weitere Zinssenkungen nicht gerechtfertigt seien und bezeichnete den geldpolitischen Korridor von 3,50%–3,75% als weitgehend neutral, während der Präsident der Atlanta Fed, Raphael Bostic, zur Geduld mahnte und sagte, die Politik sollte moderat restriktiv bleiben.
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.