Ripple (XRP) nähert sich am Montag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Marke von 1,00 US-Dollar. Belastet wird die Kryptowährung von der allgemein schwachen Risikostimmung am Kryptomarkt. Der Rückgang folgt auf eine nur kurzlebige, von Makrodaten getriebene Erholung, nachdem die Inflation in den USA Anzeichen einer Abschwächung gezeigt hatte.
Der Verkaufsdruck bleibt jedoch bestehen, da die Marktteilnehmer weiterhin die Folgen des anhaltenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran bewerten.
„Sollten beide Seiten nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren, bleibt das Risiko weiterer struktureller Schäden an der Energieinfrastruktur in der Region hoch. Das könnte zu einer länger anhaltenden Verknappung bei Rohöl und Destillaten sowie zu höherer Inflation führen“, sagte Simon-Peter Massabni, Leiter der Geschäftsentwicklung bei XS.com.
Der Crypto Fear & Greed Index lag am Freitag mit 27 Punkten weiterhin im Bereich „Angst“ und verbesserte sich damit leicht gegenüber 25 Punkten im Bereich „Extreme Angst“ am Vortag. Das deutet darauf hin, dass die Risikobereitschaft der Anleger langsam zunimmt. Darauf weisen auch Zuflüsse in digitale Anlageprodukte auf XRP-Basis hin.

Crypto Fear & Greed Index | Quelle: Alternative
Auch die Nachfrage nach XRP-Derivaten hat im Wochenverlauf schrittweise zugenommen. Das Open Interest bei unbefristeten Futures lag am Freitag im Durchschnitt bei 2,23 Milliarden XRP, nach 2,19 Milliarden XRP am Vortag. Im Wochenvergleich zeigt sich ebenfalls ein Anstieg: Am Montag hatte das durchschnittliche Open Interest noch bei 2,1 Milliarden XRP gelegen. Dies spricht für eine allmählich zunehmende Risikobereitschaft der Anleger.

XRP Futures Open Interest | Quelle: CoinGlass
Unterdessen kehrte am Donnerstag auch die Nachfrage nach Spot-ETFs auf XRP zurück. Nach Daten von SoSoValue flossen den Produkten knapp 7 Millionen US-Dollar zu. Zuvor war die Aktivität an drei aufeinanderfolgenden Handelstagen verhalten geblieben.
Die kumulierten Nettozuflüsse stiegen damit auf 1,49 Milliarden US-Dollar, während sich das durchschnittliche Nettovermögen auf 997 Millionen US-Dollar belief. Eine anhaltend hohe Nachfrage nach den in den USA gelisteten ETFs gilt als entscheidend, um den Verkaufsdruck am Spotmarkt aufzufangen und eine nachhaltige Erholung zu unterstützen.

XRP-ETF-Zuflüsse | Quelle: SoSoValue
XRP wird aktuell bei 1,08 US-Dollar gehandelt und bleibt kurzfristig angeschlagen. Der Kurs notiert unter den exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage, die bei 1,15, 1,25 beziehungsweise 1,45 US-Dollar verlaufen. Zudem liegt der Kurs unter der Mittellinie der Bollinger-Bänder bei 1,09 US-Dollar, was auf anhaltenden Verkaufsdruck hindeutet.
Auch das Histogramm des MACD-Indikators bleibt leicht positiv und signalisiert lediglich verhaltene Erholungsversuche innerhalb eines weiterhin begrenzten Kursbildes. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit rund 44 Punkten unter der neutralen Marke von 50 und bestätigt damit das verhaltene Marktbild. Kursanstiege dürften demnach an den nahegelegenen Widerständen auf Schwierigkeiten stoßen.

XRP/USDT-Tageschart
Ein erster Widerstand liegt an der Mittellinie der Bollinger-Bänder im Bereich von 1,10 US-Dollar, gefolgt vom 50-Tage-Durchschnitt bei 1,15 US-Dollar. Eine stärkere Hürde verläuft an der oberen Begrenzung der Bollinger-Bänder bei rund 1,16 US-Dollar. Darüber würden der 100-Tage-Durchschnitt bei 1,25 US-Dollar sowie der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,45 US-Dollar den übergeordneten Abwärtstrend begrenzen. Erst ein Anstieg über diese Marken würde den Abwärtsdruck deutlich abschwächen.
Auf der Unterseite bietet die untere Begrenzung der Bollinger-Bänder bei 1,03 US-Dollar zunächst Unterstützung. Ein klarer Bruch dieser Marke könnte den Weg für weitere Kursverluste ebnen. Hält die Unterstützung dagegen stand, bleibt Raum für eine Erholung infolge von Short-Eindeckungen in Richtung der Zone um 1,10 US-Dollar.