US-Präsident Donald Trump verhängt eine neue Zollabgabe von 50 % auf die meisten kanadischen Produkte als Reaktion auf die sogenannte „diskriminierende Behandlung“ von US-Autos, Alkohol und Milchprodukten durch Kanada, so das Weiße Haus.
Reuters berichtete, dass Trump drei Verordnungen unterzeichnet hat, um die Zölle gemäß einem fast hundert Jahre alten Handelsgesetz, Abschnitt 338 des Tariff Act von 1930, zu verhängen, das Zölle von bis zu 50 % auf Importe aus bestimmten Ländern erlaubt.
Die Ankündigung vom Montag tritt am 19. August in Kraft und gilt unabhängig davon, ob die Waren unter das US-Mexiko-Kanada-Abkommen fallen. Ausgenommen sind jedoch Energie, Kalidünger, Fisch, kritische Mineralien und Produkte, die bereits unter Abschnitt 232-Zölle fallen.
Bei Redaktionsschluss lag das Paar USD/CAD um 0,38 % höher bei 1,4075.
Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.