Der Goldpreis fällt am Montag um etwa 0,19 %, da die Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran nach einer kurzzeitigen Waffenruhe, die nach der Einigung beider Länder auf einen Waffenstillstand begann und vor neun Tagen gebrochen wurde, andauern. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei 4.011 USD.
Die Eskalation des Nahostkonflikts belastet die Goldpreise angesichts hoher Energiepreise, ausgelöst durch Befürchtungen einer Unterbrechung der Ölversorgung. Die USA griffen zum neunten Tag in Folge militärische Ziele in der Nähe der Straße von Hormus an, während der Iran US-Militäranlagen in den Golfstaaten traf. Gleichzeitig verhängte Ansar Allah, eine mit dem Iran verbundene politische/militärische Organisation, eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien.
Infolge dieser Nachrichten haben die Rohölpreise, insbesondere der US-Referenzwert West Texas Intermediate (WTI), einige ihrer früheren Verluste aufgeholt, sind ins Positive gedreht und liegen um 0,33 % höher bei 82,05 USD pro Barrel. Folglich ist die Rendite der US-Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit – die invers zum Goldpreis korreliert – um fast fünf Basispunkte auf 4,598 % gestiegen, was einen Gegenwind für das gelbe Metall darstellt.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollars gegenüber sechs Währungen misst, steigt um 0,19 % auf 100,94.
Letzte Woche erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Federal Reserve (Fed), Philip Jefferson, dass er offen für Zinserhöhungen sei, falls keine Fortschritte bei der Disinflation erzielt werden. Am Freitag äußerte sich die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, besorgt über die anhaltend hohe Inflation und betonte, dass „die Inflation zu hoch ist“. Sie stellte fest, dass der Arbeitsmarkt solide sei, mit gutem Wachstum und stabilem Konsumverhalten.
Die Geldmärkte preisen eine 82%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis zum Jahresende ein, während für die Sitzung im Juli eine fast 79%ige Chance auf eine Beibehaltung der Zinssätze besteht.
Nächste Woche stehen in den USA Arbeitsmarktdaten und die S&P Global Flash PMIs auf dem Wirtschaftsprogramm, da die Fed-Beamten in ihre Blackout-Phase vor der geldpolitischen Sitzung am 29. Juli eingetreten sind.
Gold bleibt abwärtsgerichtet, wobei die Kursbewegung die fortlaufende Serie von niedrigeren Hochs und niedrigeren Tiefs respektiert. Auch das Momentum zeigt sich nach unten geneigt, wie der Relative Strength Index (RSI) anzeigt, der bärisch ist.
Für eine Fortsetzung des Abwärtstrends muss XAU/USD unter das Tagestief (LOD) vom 17. Juli bei 3.959 USD fallen. Ein Durchbruch darunter würde die psychologische Marke von 3.900 USD freilegen, gefolgt von der Marke vom 28. Oktober 2025 bei 3.886 USD.
Um eine Umkehr nach oben zu erreichen, muss das Edelmetall eine fallende Trendlinie zwischen 4.125 und 4.175 USD durchbrechen. Ein Erfolg könnte das Ziel des 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.291 USD ansteuern, wobei der 200-Tage-SMA bei 4.495 USD die nächste Hürde darstellt. Ein Überschreiten könnte zu 4.500 USD führen.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.